Plattdeutsches Wörterbuch: Beömmeln

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Eigentlich dachte ich, dass man sich nur im Ruhrpott beömmelt. Meine Eltern kommen von dort und obwohl ich selbst in Berlin aufgewachsen bin, haben sich ein oder zwei Pott-Begriffe in meinen Sprachschatz eingeschlichen. Beömmeln gehört dazu. Kein Wunder, immerhin ist es ein wirklich charmantes Wort für gelebte Freude. BeÖMMELn: Da hört man förmlich das ausgelassene Gekicher und spürt die Lachbauchschmerzen. Mit meinem Bruder habe ich mich früher auf dem Auto-Rücksitz stundenlang über blöde Witze beömmelt – bis unsere Mutter dem munteren und lauten Treiben Einhalt gebot.

Eine Sprache zum beömmeln

Als ich in den Norden zog, habe ich viele neue, lustige Begriffe gelernt, die ich liebend gerne in meinen Wortschatz aufgenommen habe. Platt ist auch wirklich eine Sprache zum beömmeln. Besonders schön finde ich „Butscherhose“. Eine Gegend, die ein eigenes Wort für „Spielhosen“ hat, muss man einfach gern haben. Und trotzdem: Manchmal vermisse ich die alten, vertrauten Begriffe ein bisschen – ob die Berliner „Schrippe“ oder das „Köschken“ aus dem Ruhrgebiet. Diese Worte haben mich schließlich geprägt. Doch dann kam die freudige Überraschung: Ein echtes Nordlicht sprach von „beömmeln“. Erst war ich etwas irritiert – war das vielleicht doch ein Abtrünniger aus dem Ruhrgebiet? Nein! Es stellte sich heraus, dass sich auch die Menschen im Norden „beömmeln“ und spätestens da wusste ich, dass ich hierher gehöre.

Plattdeutsch (auch: Niederdeutsch, oder in der Eigensprache: Plattdüütsch) ist eine eigenständige Sprache mit vielen Dialekten, die vor allem im nördlichen Deutschland gesprochen wird. Gebräuchlich ist das Plattdeutsche aber auch in den angrenzenden Regionen, sowie im Osten der Niederlande. Ein Einheits- oder Standard-Platt gibt es daher nicht.