Foto: Nina Freistedt

Ein Platz für Weltverbesserer

Sie ist nicht nur ein Nordkind, sondern auch eine Weltverbesserin. Janina Freistedt hat die „Founders Night“ in Bremerhaven gewonnen: ein Wettbewerb um das beste Start-up-Konzept – und um 1000 Euro. Damit, dass sie die Jury mit ihrem Traumprojekt so begeistern kann, hat die 27-jährige Bremerhavener Studentin überhaupt nicht gerechnet. Ihre Idee ist nämlich eher ungewöhnlich für die Start-up-Szene: Sie möchte mit einem Bilderbuch die Welt ein Stückchen besser machen.

So könnte das Cover von „Peggy & Sam“ aussehen. (Foto: Janina Freistedt)

Janina, Wie bist du darauf gekommen, ausgerechnet ein Bilderbuch als Start-up aufzuziehen?

Ich bin eigentlich eine klassische Grafikerin, hatte aber immer die Idee, dass ich vielleicht irgendwann mehr machen könnte als Logos und Webdesign. Deshalb habe ich mir das Ziel gesetzt: In fünf Jahren möchte ich meine eigenen Kinderbücher auf dem Markt haben. Als ich dann beim Start-up-Weekend in Bremen war, habe ich erst gar nicht daran gedacht, dass auch mein Bilderbuch-Traum ein Start-up sein könnte. Aber dann habe ich so viel Zuspruch von den anderen Teilnehmern bekommen und habe mit zwei anderen die Idee für „Peggy und Sam – Was würdest du tun?“ entwickelt.

Was ist das Besondere an „Peggy & Sam“?

Es klingt kitschig, aber Kinder sind die Zukunft und es ist wichtig, ihnen die richtigen Werte mit auf den Weg zu geben, um die Welt zu verbessern. Deshalb ist „Peggy und Sam“ eine Bilderbuchreihe, die Themen der Nachhaltigkeit spielerisch vermittelt. Dazu gibt es eine Web-App, die das Gelesene für Kinder erlebbar machen soll. Mit Quizfragen und Zusatzinformationen begleitet man die Springmaus Peggy und den Jungen Sam online auf Abenteuerreise. Es ist toll, wenn die Kinder dabei etwas lernen, aber in erster Linie geht es um den Spaß an der Geschichte und nicht darum zu belehren.

Wie fühlt es sich an, einen Start-up-Preis zu gewinnen?

Ich war mega überrascht und realisiere es jetzt erst nach und nach. Damit habe ich wirklich nicht gerechnet, weil meine Idee kein klassisches Start-up ist. Aber es bestätigt, dass in der Start-up-Szene Platz für Weltverbesserer ist und auch Projekte eine Chance haben, die wahrscheinlich nicht so viel Geld einbringen werden.

Was machst du mit den 1000 Euro Preisgeld?

Mit dem Geld will ich eine Crowdfunding-Kampagne starten, um die Web-App zu finanzieren. Die Kampagne kostet eigentlich nichts, aber damit man über Crowdfunding Geldgeber findet, braucht man gute PR und Werbung – dafür werden die 1000 Euro genutzt. Die ersten 200 Exemplare von „Peggy & Sam“ kaufen wir dann später selbst, um sie den Spendern zu schenken. So hat jeder was davon. Uns fehlt allerdings noch jemand im Team, der die Web-App entwickeln kann.