Ein kanadisches Ahornblatt vor einer Boutique in Gastown, Vancouver.

Foto: Nina Brockmann

Der Norden auf der anderen Seite der Welt

Vancouver ist ein hübsches Fleckchen Erde. Eine Stadt, in der man nichts vermisst. Die man gerne sein Zuhause nennen würde. Denn hier treffen wunderschöne Natur auf moderne Urbanität. Europa auf Amerika.

Eins vorweg: Fünf Tage, um Vancouver zu erkunden, reichen nicht aus. Denn da ist so viel mehr als Downtown, das allein schon so viel Sehenswertes bietet. Man will, man muss, rausfahren, in die Rocky Mountains. Rüber nach Vancouver Island. Und vielleicht sogar runter nach Seattle und Portland.

Nichtsdestotrotz hat mir die Stadt auch in nur einer Woche den Atem genommen. Mich an so vielen Ecken ins Staunen und ins Träumen versetzt. Am Sunset Beach zum Beispiel. An dem jeden Abend die Sonne einen perfekten Untergang hinlegt. Oder der Stanley Park. Die grüne Lunge Vancouvers, die zum spazieren, joggen, radeln und fotografieren einlädt.

Stanley Park

Der Stanley Park und die Lions Gate Bridge.

Der Stanley Park und die Lions Gate Bridge. (Foto: Nina Brockmann)

Im Stanley Park habe ich mich einen Tag lang verloren. Dort kann man zum Beispiel ein Rad leihen und damit den Park umfahren. Aber auch zu Fuß lohnt sich eine Umrundung, die Entfernungen habe ich dabei – zugegebener Maßen – ein wenig unterschätzt. Trotzdem würde ich mich wieder zu Fuß auf den Weg begeben: Denn so bin ich am Siwash Rock und an der Lions Gate Bridge vorbeigekommen. Doch auch das Parkinnere ist einen Besuch wert. Die Lost Lagoon zum Beispiel oder der große Blumen- und Rosengarten. Verschiedene Wanderwege haben mich den Großstadttrubel gleich nebenan vollkommen vergessen lassen.

Sunset Beach

Am Sunset Beach ist immer was los. Dort sind Jogger, Volleyballspieler, Familien, Hunde unterwegs. Doch vor allem abends versammeln sich hier die Menschen, um dem Tag „gute Nacht“ zu sagen. Mittendrin: Ich. Und der Strand hat seinem Namen alle Ehre gemacht: Ein Sonnenuntergang vor atemberaubender Kulisse – erst die Bay als Tor zum Pazifik, dahinter die Rocky Mountains.

Travelling is going places where you feel the most alive.

Kitsilano Beach & Vanier Park

In Vancouver hat man die schönsten Strände direkt vor der Tür. Mein persönliches i-Tüpfelchen waren die dort platzierten Baumstämme – zum Draufsetzen, Anlehen oder als Schattenspender. Am Kitsilano Beach hatte ich zudem den besten Blick auf den Stanley Park. Von dort aus habe ich dann den Strand in Richtung Osten hinter mir gelassen und nach einer kleinen Kurve den Vanier Park erreicht. Hier sind Hunde erlaubt. Schiffer haben hier ihre Boote. Und Downtown ragt hinter dem „False Creek“ hervor.

False Creek

Viele bunte "Ferries" tummeln sich auf dem False Creek in Vancouver.

Viele bunte „Ferries“ tummeln sich auf dem False Creek in Vancouver. (Foto: Nina Brockmann)

False Creek ist ein etwa zwei Kilometer langer Meeresarm, der Downtown umgibt. Hier fahren kleine „Ferries“ verschiedene Stationen an. Für wenig Geld hab ich hier quasi „Downtown-Hopping“ gemacht und verschiedene Anleger abgeklappert.

Granville Island

Zu Fuß über den Vanier Park oder per auch per Ferry erreicht man Granville Island – ein „Künsterviertel“ auf einer kleinen Halbinsel direkt vor den Toren Downtowns. Hier habe ich nicht nur einzigartige Souvenirs gefunden, sondern auch richtig gutes Essen. Eine Markthalle befindet sich im Herzen der Insel – es gibt frisches Obst, Streetfood wie Burger oder handgemachte Pizza, ausgezeichneten Kaffee…

Gastown

Gastown heißt die Altstadt Vancouvers. Hier habe ich mich ein wenig wie im New Yorker West Village gefühlt: Alte, gut erhaltene Stadthäuser mit hippen – und vor allem individuellen – Shops, Cafés und Restaurants. Hier steht auch die weltweit erste „steam clock“ – eine mit Dampfkraft betriebene Uhr.

Capilano River Regional Park

Ein Traum von Wald im Capilano Park.

Ein Traum von Wald im Capilano Park. (Foto: Nina Brockmann)

Rausfahren, im kanadischen Wald und in den Rocky Mountains wandern. Das war mein Traum und sollte auch der Plan eines jeden Vancouver-Travellers sein. Und der Capilano River Regional Park hat meine Vorstellungen der perfekten kanadischen Landschaft übertroffen: Noch nie habe ich einen so sauberen, liebevoll „angelegten“ Wald erlebt, in dem man sich trotzdem der Natur ganz nah fühlt.

Ich bin ganz hoch, ans Ende des Parks, gefahren – bis Cleveland Park (mit dem Bus oder mit dem Auto). Dabei habe ich sogar die Lions Gate Bridge überqueren und oben am See den Cleveland Dam bestaunen können. Dort beginnen die verschiedenen Wanderwege, die – vor allem für kleine Menschen wie mich – manchmal ganz schön hindernisreich sein können.

Trotzdem oder gerade deshalb: Einer der schönsten Tage in meinem Leben.

Food

Beim Reisen darf für mich kleinen Foodie auch das gute Essen nicht zu kurz kommen. Und davon gibt es in Vancouver an jeder Ecke jede Menge. Szene-Restaurants reihen sich zum Beispiel in Yaletown aneinander – entlang der Mainland und der Hamilton Street gab es alles, was mein hungriges Herz begehrt hat.

Fill your Life with adventures, not things. Have stories to tell no stuff to show.

„Hub“

Eines der Restaurants im angesagten Yaletown ist das „Hub“. Hier trifft amerikanische Küche auf Seafood. Es gibt hauptsächlich Burger und Bowls. Meine Foodie-Empfehlung: Die Salmon and Brown Rice Bowl.

„Tap & Barrel“

Coal Harbor liegt an der Ostküste des Stadtkerns. Direkt an der Promenade gibt es ein Lokal der hippen kanadischen Restaurantkette „Tap & Barrel“, das mehrmals in der Stadt zu finden ist. Das Essen ist ausgezeichnet, es gibt Salate (ich hatte einen variierten Klassiker: Cobb Salad with Cajun Chicken), Signature-Pizza, Burger und Sandwiches (Avocado Toasts) sowie Craft Beer.

„MeeT“

Auch in Gastown ist mir die „Essensentscheidung“ nicht leicht gefallen. Das „MeeT“ liegt in einem Hinterhof und bietet eine vegetarische, manchmal sogar vegane, Küche an. „Approved by Nina“ ist dort das vegane Mac’n’Cheese – mit glutenfreier Pasta aus braunem Reis und einer Cashew-Sauce. Yeah!

„Off the tracks“

Sandwich und Süßkartoffel-Pommes im „Off the Tracks“ auf Granville Island.

Sandwich und Süßkartoffel-Pommes im „Off the Tracks“ auf Granville Island. (Foto: Nina Brockmann)

Auf Granville Island etwas zur „Rush hour“ zu essen zu bekommen, ist gar nicht so leicht, wenn man bereits halb am Verhungern ist (so wie ich andauernd) und nicht gerade eine Stunde in einer Schlange für eine Burger anstehen will (auch nicht meins). Doch lässt man die Markthalle hinter sich und macht sich auf in Richtung der Galerien und Souvenirgeschäfte gibt es einige richtige Restaurants und Cafés. Zum Beispiel das „Off the Tracks“ – quasi ein zufälliger Glückstreffer meinerseits. Es gibt Kaffee, Süßkram, aber auch Sandwiches mit Sweet Potato Fries (my choice) und Tagessuppen oder Salate.

Supermärkte

In Sachen Supermarktkultur sind uns die Kanadier einige Schritte voraus. Vor allem die „organic markets“ – wie der Urban Fare oder der Choices Market – haben so gute Produkte im Sortiment, dass ich eigentlich täglich einem der beiden einen Besuch abgestattet habe. Oft haben die Märkte auch Salatbars: Dort habe ich mir nach Belieben (Kale. Rote Beete, Walnüsse, Ziegenkäse und Quinoa waren eigentlich immer dabei) eine Bowl zusammengestellt und sie am Sunset Beach gegessen, eine Traumkombi…

How to get along in…

Karte mit Hotspots in Vancouver. (Grafik: Lena Gausmann)

Off the Tracks Hub Tap & Barrel MeeT

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