Glückburg

Foto: Nina Brockmann

Auf der Suche nach dem Glück

In Dänemark leben angeblich die glücklichsten Menschen der Welt, um genau zu sein in Kopenhagen. Doch schon auf der Hälfte der Strecke von Bremerhaven, 15 Kilometer vor der dänischen Grenze, habe ich mein kurzes Wochenend-Glück gefunden – in, wie könnte es auch anders sein, dem beschaulichen Örtchen Glücksburg. Und um hier wiederum genau zu sein: in der „Smucke Steed”. Der „kleinen feinen Pension” an der Flensburger Förde.

Schöner Ort heißt „Smucke Steed” aus dem Plattdeutschen übersetzt. Aber es ist viel mehr als das. Es ist ein Ort zum Runterkommen. Zum Seele-baumeln-lassen. Zum Der-Natur-ganz-nah-sein. Und dem Meer. Man riecht das Salz förmlich in der Luft. Die Menschen hier sind gelassen. Grüßen mit „Moin” und einem Lächeln im Gesicht.

Die Smucke Steed ist ein kleiner Ort mit nur 16 Zimmern. Eine Villa von 1898, die aufwendig restauriert und in skandinavischem Stil ausgestattet wurde – bis ins kleinste Detail. Noch immer habe ich den Duft des schwedischen Lavendel-Rosmarin-Duschgels in der Nase. Doch mein Highlight war – dicht gefolgt von zwei Stunden in der Sauna – das „Langschläferfrühstück”.

Bis 12 Uhr gibt es in der Smucke Steed allerlei selbstgemachte Köstlichkeiten, vor allem die verschiedenen Brotaufstriche haben es mir angetan: Kicherebsenmus mit Erdnussbutter und Apfel, Avocadocreme, körniger Frischkäse mit Apfel und Paprika, Eier-Lachs-Salat mit Ananas – das könnte ewig so weitergehen. Dabei waren da ja noch Himbeer- und Bananen-Kiwi-Smoothies, hausgemachtes Honig-Müsli, frische Brötchen, Aufschnitt, Marmeladen und Säfte. Ach, und Eierspeisen sowie Kaffee gibt es auf Bestellung direkt an den Tisch. Ein Paradies für Frühstücksfanatiker wie mich.

Aber nicht nur das gesunde Essen tut der Seele gut. Auch die hellen Zimmer, die skandinavisch-stillvolle Einrichtung, das ganze Grün drumherum – und das zuvorkommende Personal. Man merkt: Sönke Roß und seine Frau Tine haben sich mit der kleinen „Smucke Steed“ einen persönlichen Traum erfüllt. In ihrer Heimat Glücksburg, an Ostern 2014.

Tipps für eine noch glücklichere Zeit

Heimathafen Flensburg

Direkt am Flensburger Jaich (circa 20 Minuten mit dem Auto von Glücksburg) liegt unweit der Innenstadt das Pier-Restaurant „Heimathafen“. Dort gibt es „süddeutsche Küche mit dem Besten von hier” – Backfisch, Garnelenpfanne, Burger, Pasta & Co. auf einer alle fünf Wochen wechselnden, wunderbar übersichtlichen Karte. Ein weiterer Pluspunkt: Das Restaurant hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Gerichte innerhalb von 15 Minuten zu servieren. Ich habe zwar nicht die Zeit gestoppt, aber ich hatte mal gerade ein kleines Stück des Sauerteigbrotes mit Butter verdrückt, da stand meine Riesenportion Pasta (mit noch mehr frischem Parmesan!) schon vor meiner Nase.

Halbinsel Holnis

Ich liebe Wanderungen. Und ich habe es geliebt, die an Glücksburg gelegene Halbinsel Holnis auf diese Weise zu erkunden (hier ein toller Beitrag dazu von der dort ansässigen Zeitung shz). Es gibt verschiedene Wanderwege und Parkplätze, von denen man aufbrechen kann. Die längste Route – eine komplette Umrundung, die direkt an der Smucke Steed startet und auch wieder endet – ist rund 16 Kilometer lang, führt an der Flensburger Förde im Westen als auch an der östlichen Außenförde vorbei. Zu erleben gibt es unendliche Natur, Strände, Kliffe und Steilküsten, Brücken, Felder und Wiesen sowie ein Blick über die Ostsee bis nach Dänemark.

Strandbar Sandwig

Direkt am Glücksburger Strand liegt die Strandbar „Sandwig”. Ein Bistro des Strandhotels mit Selbstbedienung und ortstypischen Gerichten, wo wir wieder bei der Garnelenpfanne wären. Aber auch Currywurst, Flammkuchen und Salate stehen auf der preislich akzeptablen Speisekarte. Nicht zuletzt die große Terrasse verführt dazu, mindestens ein Flensburger Pils in der Sonne zu trinken oder ihr von hier aus sogar eine „gute Nacht” zu wünschen.

Felix Restaurant

Man gönnt sich ja sonst nix: Bei unserer Ankunft in der Smucke Steed haben wir eine kurze Einweisung bekommen. „Wart ihr schon mal in Glücksburg?” – Leider nein. „Unser Hotel ist nur fünf Minuten vom Strand entfernt. Wandern ist ein Muss. Ach, und das Felix ist das beste Restaurant der Stadt.” Sowas lasse ich mir nicht zwei Mal sagen und habe noch am selben Abend für den nächsten reserviert. Am Abend der Abende fiel die Wahl dann auf „Zander mit Rote-Bete-Risotto und wildem Brokkoli”. Köstlich und nicht weniger ausgefallen war die Brot-Dip-Kombination des Hauses: Basilikumcreme, okay. Limonenöl, lecker. „Und darein etwas Schokoladen-Chili-Salz”, mutig. Aber da war ich raus. Beim Dessert war ich hingegen wieder – im wahrsten Sinne des Wortes – aufnahmefähig und noch heute schmeckt es nach: Cheesecake mit Passionsfrucht und salzigem Honig-Erdnusseis. Für 12,50 Euro. Das ist eine Ansage, die sich lohnt.

Schloss Glücksburg

In Glücksburg ist (zumindest in der Nebensaison) nicht viel los und das ich auch gut so. Neben dem Strand hat die Stadt dennoch ein begehrtes und vor allem auch sehenswertes Wahrzeichen: das Schloss. Es zählt zu den bedeutendsten Renaissanceschlössern Nordeuropas und war zeitweilige Residenz des dänischen Königshauses. Das Schloss ist für Besucher zugänglich und beherbergt ein Museum, aber auch ein Spaziergang durch den kleinen Schlosspark lohnt sich. Am Parkplatz begrüßt einen zudem ein einmaliges Fotomotiv: Ein großer Aussteller in Form einer Postkarte – Tourifoto? Check!

Rosencafé

Unweit des Schlosses, an der Orangerie vorbei, kurz vor der Glücksburger „Innenstadt” liegt das Rosencafé mit Rosengarten. Ein kleines Friesenhäuschen, in dem es urig-gemütlich zugeht. Und das Café macht seinem Namen alle Ehre: Rosen auf Gardinen, Tischdecken, Servietten, in Vasen und in Bildern an den Wänden. Ja, sogar mein Milchkaffee wurde mir in einer Rosentasse serviert. Mein Geschmack ist es nicht. aber ich mag kurze Ausflüge in eine andere, liebevolle, bald schon zauberhafte Welt. Vor allem, wenn es dort auch noch hausgemachte Kuchen, Torten und Waffeln gibt. Außerdem scheint der Besitzer eine Leidenschaft für Schmuck zu haben: Gegenüber des Kuchenbuffets gibt es eine kleine Auswahl, wo ich sogar fündig geworden bin: Ein roséfarbener, grob geschliffener Ring mit drei smaragdgrünen Steinchen schmückt nun meinen Finger – als Erinnerung an ein glückliches Wochenende.

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Nina

Über Nina Brockmann

Foodie, Yogi und reiseverrückter Lifestyle-Junkie. Kann ohne Kaffee, Avocados und Lachen nicht leben. Steht auf Melancholie, aber nicht auf Mädchenkram wie Kleider oder Nagellack. Nur ohne Lippenstift geht sie äußerst selten aus dem Haus. Auch für Flechtfrisuren hat sie ein Faible.

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