Foto: Kunstmuseum, Montage: Daniel Gefers

Kunst im Norden: Am Anfang war die Party

Das Who’s Who der norddeutschen Kunstszene kommt nach Bremerhaven: Denn zum 10-jährigen Geburtstag des Kunstmuseums gibt es von Oktober bis Mitte Januar eine brandneue Ausstellung in Zusammenarbeit mit Museen und Galerien aus der Region. Unsere Kunst-Insiderin Andrea berichtet von diesem einmaligen Projekt. Bevor es losgeht, soll aber erst einmal richtig gefeiert werden. Schwarzlicht und Drinks inklusive.

Kunst und Party sind zwei Dinge, die hervorragend zusammenpassen. Genauso wie Erdbeeren und Rucola. Es sind aber auch zwei Dinge, die genauso selten zusammenkommen. Wie Erdbeeren und Rucola eben. Als mir diese Aussage vor einigen Wochen im Internet begegnete, hüpfte mein Kunstliebhaberherz und küsste die Party-Queen in mir. Recht hat der Mensch, der sich diesen treffenden Vergleich ausgedacht hat! Mehr als Recht hat er!

Nagelneu ist das Konzept, Kunstgenuss mit Clubatmosphäre zu verbinden, nicht: Die SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT zum Beispiel, veranstaltet seit Jahren das Format „Schirn at Night“. Sehr erfolgreich wohlgemerkt. Wieso nicht auch mal im Norden die Kunst feiern, dachte ich mir. Gründe genug gibt es eh. Und mit dem geplanten Projekt „Nordwest zeitgenössisch”, bei dem sich Museen aus der Region bei uns im Museum präsentieren, ist noch ein weiterer hinzugekommen. 

Die Zutaten für ein gelungenes Meeting von Kunst und Party 

Hier mein Rezeptentwurf für eine köstliche Kombination von Kunst und Party in Bremerhaven:

Die Idee: Auch mal den größten Kunstmuffel ins Museum locken und ihm zeigen, dass es in Museen nicht immer leise, bedächtig und langweilig sein muss. Wer es nicht glauben will, kann sich selbst überzeugen und ist herzlich zur Party eingeladen.

Die Location: Ein großer Würfel mitten in Bremerhaven, direkt zwischen Stadttheater und CineMotion Kino. Seit gut zwei Jahren führt mich mein täglicher Arbeitsweg in diesen kompakten Würfel aus dunklen Klinkern, an dem mit leuchtend roten Lettern das Wort „KUNST“ prangt. Sein Inneres ist für so manchen Passanten anscheinend noch immer ein Mysterium. Zeit, dieses Rätsel zu lösen und mit einer Party Licht ins Dunkel zu bringen. Im wahrsten Sinne (siehe unten).

Der Anlass: Wie gesagt, ein Ausstellungswechsel zum 10-jährigen Geburtstag des Kunstmuseums. Seit der Eröffnung 2007 zeigen wir dort Kunstwerke aus der vereinseigenen Sammlung. Für das Jubiläum im Oktober soll allerdings frischer Wind her, und zwar durch eine komplett neue Ausstellung. Das bedeutet, dass die Kunstwerke der bestehenden Dauerausstellung ins Depot umziehen müssen.

Alles geht raus!
Party im Kunstmuseum
Freitag, 1.9.2017 von 18-24 Uhr
Kunstmuseum Bremerhaven, Karlsburg 1
Eintritt frei

Das gewisse Extra: Die Idee einer Umbauparty flatterte in Anbetracht der Dinge, die da kommen, schnell ins Haus. Bevor unser Team das Museum für mehrere Wochen schließt, die Ärmel hochkrempelt und in den Umbau der Ausstellung startet, soll noch einmal richtig gefeiert werden: Unter dem Motto „Alles geht raus“ habe ich gemeinsam mit Susanne, der Partymaus unseres Vereins, einen Abend mit Lounge, kühlen Getränken und heißen Beats organisiert. Im ersten leeren Raum des Museums wartet außerdem eine besondere Überraschung. So wie der süße Geschmack der Erdbeere hervorragend zusammenpasst mit der Bitterkeit des Rucola, vereinen wir an diesem Abend Dunkelheit, leuchtende Farben und Eure Kreativität. Ihr dürft gespannt sein. Ich bin es selbst.

Sieben auf einen Streich

Die Gästeliste für unser Projekt steht bereits fest: Sieben Museen und Ausstellungshäuser aus dem norddeutschen Raum stöberten in ihren Depots und füllen das Kunstmuseum mit ausgewählten Werken aus ihren Sammlungen. Vom 8. Oktober 2017 bis 14. Januar 2018 inszenieren wir gemeinsam mit ihnen die Ausstellung „Nordwest zeitgenössisch“.

Überblick

Nordwest zeitgenössisch:

  • Meisterwerke aus öffentlichen Sammlungen zwischen Jade, Weser und Elbe
  • Dabei: Städtische Galerie Delmenhorst, Gerhard-Marcks-Haus Bremen, Kunsthalle Bremen, Museum gegenstandsfreier Kunst Otterndorf, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg, Städtische Galerie Bremen, Kunsthalle Wilhelmshaven

Ausstellungsdaten:

  • Laufzeit: 8. Oktober 2017 bis 14. Januar 2018
  • Eröffnung: 7. Oktober 2017, 16 Uhr, Haus T, Hochschule Bremerhaven, anschließend Besuch des Museums
  • Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 11 bis 18 Uhr samstags und sonntags 11 bis 17 Uhr
  • Preise: (ab 1. September 2017): regulär 6 Euro, ermäßigt 4 Euro (Schüler, Studenten, Auszubildende, Gruppen ab 6 Personen pro Person), Familien 10 Euro (Eltern mit ihren Kindern bis zum Alter von 18 Jahren), Schultarif 2 Euro, freier Eintritt für Begleitpersonen und Lehrpersonal von Schulklassen und Kindergartengruppen sowie für Mitglieder des Kunstvereins Bremerhaven von 1886 e.V. oder von Kunstvereinen, die dem ADKV angehören, ICOM und für Kinder bis zum schulpflichtigen Alter, dienstags freier Eintritt, Gruppenführungen nach Anmeldung 50 Euro

Kontakt:

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Andrea

Über Andrea Fuest

Andrea ist immer in Bewegung, ob in ihren Laufschuhen, auf dem Crossbike oder auf Reisen am liebsten in Osteuropa. Ihr berufliches Treiben in der Kunstwelt ist zugleich ihre Leidenschaft, sodass Museums- und Ausstellungsbesuche auch im Urlaub und am Wochenende nicht fehlen dürfen. Als Ausgleich zum White Cube lebt sich die Möchtegern-Gärtnerin auf ihrem 2,5 Quadratmeter großen Mini-Balkon aus.

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