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Warum zeigen Kompasse immer nach Norden?

Man kann ihn drehen und wenden und schütteln. Dem Kompass ist das alles egal. Seine Nadel zeigt immer nach Norden. Weil es im Norden am schönsten ist? Vielleicht. Die wissenschaftliche Erklärung ist aber eine andere: Die Erde, auf der wir leben, hat ein Magnetfeld, das von Süden nach Norden ausgerichtet ist. Und Kompasse weisen immer zum magnetischen Nordpol.

Die Kompassnadel ist ebenfalls magnetisch und richtet sich stets parallel zum Magnetfeld der Erde aus. Minus- und Plus-Pol ziehen sich an, deshalb zeigt die rot eingefärbte Seite der Kompassnadel (Plus-Pol) gen Norden (Minus-Pol). Damit ist der magnetische, nicht der geografische Nordpol gemeint. Weil das natürliche Magnetfeld auf der Erde sehr schwach ist, sind Kompassnadeln nur ganz leicht auf dem Blatt der Kompassrose befestigt.

Das natürliche Magnetfeld verschiebt sich ständig. Der Grund: Im Inneren der Erde befindet sich flüssiges Eisen, das andauernd in Bewegung ist. So verändern die magnetischen Pole unseres Planeten ihre Position: Mit fast 50 Kilometern pro Jahr wandert der magnetische Nordpol nach Osten.

Elektrische Geräte sind Störquellen

Wer wissen will, in welche Himmelsrichtung er gerade läuft, sollte den Kompass am besten auf eine ebene Fläche stellen. Wichtig ist auch, dass keine störenden Magnetfelder in der Nähe sind, die die Kompassnadel irritieren könnten. Störquellen sind zum Beispiel Lautsprecher, Radios oder Smartphones.

Je weiter man sich dem Pol nähert, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Kompassnadel abweicht. Deshalb kann es sinnvoll sein, bei der Expedition neben dem Kompass auch eine Landkarte einzupacken, auf der die örtliche Abweichung, auch Missweisung genannt, verzeichnet ist.

Sensor im Smartphone misst Magnetfeld

Doch wie funktionieren die digitalen Kompasse, wie sie die meisten Smartphones und Tablets heutzutage haben? Aktiviert man den Kompass in seiner App, misst ein sogenannter Fluxgate-Magnetometer das natürliche Magnetfeld der Erde. Der Sensor besteht aus dünnen, metallenen Plättchen, an denen eine Spannung angelegt ist. Je nachdem, wo sich das Smartphone gerade befindet, verändert sich die Spannung. Ein Widerstand misst die Spannungsabweichungen, so kann der digitale Kompass die Himmelsrichtung ermitteln.

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