Plattdeutsches Wörterbuch: spökern

Mein Opa hatte eine blühende Fantasie. Die kam ganz besonders zum Vorschein, wenn er Geschichten über meine Oma zum Besten gab. Die nahm er nämlich liebend gern auf den Arm. Dementsprechend kurios waren diese Geschichten und meine Oma kommentierte sie immer mit dem Satz: „Der lücht wie gedruckt!“

Wir haben uns immer köstlich über diese neckischen, aber stets lieb gemeinten, Erzählungen und die anschließenden Kabbeleien zwischen meinen Großeltern amüsiert. Und eines war dabei immer klar: Opa erzählt mal wieder Quatsch von A bis Z. Dafür war er bekannt und dafür haben wir ihn geliebt. Deshalb nannten wir Enkelkinder ihn auch gerne „Spökeropa“.

Wort mit verschiedene Bedeutungen

Denn genau das versteht man (zumindest da, wo ich herkomme) unter „spökern“: Quatsch erzählen oder rumspinnen. Und das kann wahrscheinlich keiner so gut, wie mein Opa das konnte. Es gibt allerdings auch eine andere Bedeutung von „spökern“: In anderen Gegenden wird das Wort mit „spuken“ übersetzt.

Plattdeutsch (auch: Niederdeutsch, oder in der Eigensprache: Plattdüütsch) ist eine eigenständige Sprache mit vielen Dialekten, die vor allem im nördlichen Deutschland gesprochen werden. Gebräuchlich ist das Plattdeutsche aber auch in den angrenzenden Regionen, sowie im Osten der Niederlande. Ein Einheits- oder Standard-Platt gibt es daher nicht.