Plattdeutsches Wörterbuch: Slickern

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Nicht so viel schlickern!” Einen Zettel mit diesem Hinweis an mich selbst habe ich vor längerer Zeit gut sichtbar an meinem Kühlschrank angebracht. Immer, wenn ich Besuch von Freunden habe, die nicht aus dem Norden kommen, sorgt er für Verwirrung. “Was ist denn bitte schlickern?”, werde ich dann von einem ratlosen Gesicht gefragt.

Slickern, oder schlickern, wie man hier an der Nordseeküste sagt, bedeutet naschen. Das tut wohl jeder gern: Ein bisschen vom Teig naschen, wenn man backt, oder von den Zutaten, wenn man kocht. Und natürlich Süßigkeiten, die wir auch gern als “Schlickersachen” bezeichnen. Ganz normales Vokabular für uns Nordkinder. Mit diesen Wörtern bin ich aufgewachsen. “Kann ich was schlickern?”, habe ich als Kind oft meine Eltern gefragt oder ich habe einfach heimlich geschlickert.

Schlickertüte vom eigenen Taschengeld

Ein richtiges Highlight für mich waren Schlickertüten. Immer, wenn wir im Schwimmbad waren, durfte ich mir anschließend beim Kiosk eine Schlickertüte für 50 Pfennig kaufen. Da konnte ich mir fünf Teile aussuchen. Am liebsten mochte ich die sauren Schlickersachen. Manchmal bin ich auch mit meiner Freundin zum Kiosk gegangen und wir haben uns von unserem Taschengeld eine große Schlickertüte für zwei Mark geholt. Das war dann schon was ganz Besonderes.

Plattdeutsch (auch: Niederdeutsch, oder in der Eigensprache: Plattdüütsch) ist eine eigenständige Sprache mit vielen Dialekten, die vor allem im nördlichen Deutschland gesprochen wird. Gebräuchlich ist das Plattdeutsche aber auch in den angrenzenden Regionen, sowie im Osten der Niederlande. Ein Einheits- oder Standard-Platt gibt es daher nicht.