Plattdeutsches Wörterbuch: Kumme

Foto: Whitney Wright/Unsplash, Montage: Lena Gausmann

 

Eine Nachricht erscheint auf meinem Handy. Sie ist von meiner Cousine: „Du verpasst ’ne riesige Kumme Zaze!“ Dazu ein Foto von einer großen Schüssel Zaziki. Ein Versuch, mich neidisch zu machen. Wir beide sind nämlich bekennende Zaziki-Lover. Vergebens – denn ich habe mir zufällig auch grade Zaziki zubereitet. „Hab meine eigene Kumme!“, lautet daher meine Antwort, die ich ihr ebenfalls mit einem Foto sende.

Als ich einem Freund unseren kleinen „Zaziki-Battle“ zeigte, war er irritiert. Er kommt aus Franken und hat noch nie etwas von einer „Kumme“ gehört. „Du weißt nicht was ’ne Kumme ist?“, fragte ich, mindestens genauso irritiert. Muss wohl so ein norddeutsches Ding sein, schlossen wir daraus.

Kumme ist also auch eines dieser plattdeutschen Wörter, die ich bis vor kurzem noch für Hochdeutsch gehalten habe. Eine Kumme ist nichts anderes, als eine große Schüssel oder Schale, in der man zum Beispiel Salate, einen Nachtisch, Bowle oder eben Zaziki aufbewahrt. Den Begriff verwenden vor allem Nordkinder aus dem Oldenburger Raum, aus dem Ammerland und dem nördlichen Emsland.

Plattdeutsch (auch: Niederdeutsch, oder in der Eigensprache: Plattdüütsch) ist eine eigenständige Sprache mit vielen Dialekten, die vor allem im nördlichen Deutschland gesprochen wird. Gebräuchlich ist das Plattdeutsche aber auch in den angrenzenden Regionen sowie im Osten der Niederlande. Ein Einheits- oder Standard-Platt gibt es daher nicht.