Plattdeutsches Wörterbuch: Fischkopp

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Neulich, in einem anderen Teil Deutschlands, ein Bekannter zu meinem Freund: „Woher kommt deine Freundin nochmal?“ Mein Freund so: „Aus Norddeutschland, von der Nordseeküste.“ Und der Bekannte dann: „Ach, so ’n Fischkopp also. Aber macht ja nichts!“

Ähm… danke, sehr charmant! Fischkopp: Das ist nichts anderes, als ein Mensch aus Norddeutschland. Jemand, der an der Küste lebt und aufgewachsen ist. So nennen wir uns hier an der Nordsee gern. Und werden auch von Nicht-Norddeutschen oft so genannt. Das mögen Fischköppe allerdings gar nicht! Nur ein Fischkopp darf andere Fischköppe Fischkopp nennen!

Fischkopp oder Nordlicht?

Ich persönlich muss gestehen, dass ich mich noch nie als Fischkopp bezeichnet habe. Mit diesem Wort konnte ich mich einfach noch nie identifizieren – obwohl ich ein echtes Küstenkind bin. Vielleicht liegt das ja daran, dass ich Fisch nicht ausstehen kann, zumindest wenn es ums Essen geht. „Was? Du kommst aus Norddeutschland und isst keinen Fisch?“ Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört. Genau richtig. Nicht mal Fischstäbchen!

Vermutlich ist das der Grund dafür, dass ich auch mit dem Wort „Fischkopp“ nicht besonders viel anfangen kann. Ich finde ja, dass „Nordlicht“ das bessere Synonym für Menschen aus dem Norden ist. Klingt einfach schöner und geheimnisvoller als Fischkopp, wenn ihr mich fragt.

Plattdeutsch (auch: Niederdeutsch, oder in der Eigensprache: Plattdüütsch) ist eine eigenständige Sprache mit vielen Dialekten, die vor allem im nördlichen Deutschland gesprochen werden. Gebräuchlich ist das Plattdeutsche aber auch in den angrenzenden Regionen, sowie im Osten der Niederlande. Ein Einheits- oder Standard-Platt gibt es daher nicht.