Plattdeutsches Wörterbuch: Feudel

Wer feudelt diese Woche Küche und Flur?“, habe ich meine Mitbewohner gefragt. Da war ich noch ahnungslos. Bei manchen Wörtern merkt man eben erst, wenn man komische Blicke erntet, dass sie nicht jeder versteht. So war es bei mir mit den Wörtern „Feudel“ und „feudeln“. Da war ich 20.

Heute muss ich schmunzeln, wenn ich daran zurückdenke. Ich hatte damals im Studentenwohnheim gewohnt und meine Mitbewohner kamen allesamt aus Westfalen. Von „feudeln“ hatten sie noch nie gehört. Dementsprechend argwöhnisch guckten sie und fragten mich: „Wer macht WAS mit Flur und Küche?“

Ein „Feudel“ ist schlichtweg nichts anderes als ein Putzlappen, mit dem man den Boden wischt. Und die Tätigkeit heißt kurzum „feudeln“. Leicht zu merken und einfach, wie wir Norddeutschen nun mal sind…

Feudeln statt wischen

Letztens habe ich mich mit einer meiner Mitbewohnerinnen aus der Zeit unterhalten: über unsere Herkunft, unseren Dialekt und wie das Westphälische Platt nicht wirklich etwas mit dem Norddeutschen Platt gemeinsam hat (zumindest, wenn ihr mich fragt). Auf jeden Fall erinnerte auch sie sich an die Feudel-Verwirrung und sagte: „Du feudelst ja auch den Boden, anstatt ihn zu wischen. Ihr benutzt manchmal schon komische Wörter da oben.“ Komisch? Von wegen, ihr Wischmopp-Putzer!

Plattdeutsch (auch: Niederdeutsch, oder in der Eigensprache: Plattdüütsch) ist eine eigenständige Sprache mit vielen Dialekten, die vor allem im nördlichen Deutschland gesprochen wird. Gebräuchlich ist das Plattdeutsche aber auch in den angrenzenden Regionen, sowie im Osten der Niederlande. Ein Einheits- oder Standard-Platt gibt es daher nicht.

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