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Norddeutsches Savoir-vivre: Kiel lohnt sich für einen Ausflug

Kinners, endlich zeigt sich das Wetter in Norddeutschland mal von seiner Sahneseite! Gut, ein bisschen sind die Temperaturen seit dem Wochenende abgesackt, aber das ist vielleicht auch gar nicht schlecht. Der gemeine Norddeutsche wird ja durchaus mal ein wenig unleidlich, wenn ihm die Sonne zu heiß aufs Fell brennt. Aber das Sommerwetter lädt natürlich dazu ein, die Küste rauf und runter abzuklappern. Ab und zu muss man einfach auch mal raus. Wie wäre es zum Beispiel mal mit einem Wochenendausflug nach Kiel?

Genau das Richtige für Nordlichter, die die Abwechslung lieben und das Wasser nicht missen möchten. Denn das schleswig-holsteinische „Landeshauptdorf“, wie die Einheimischen ihre Stadt gerne liebevoll nennen, liegt direkt an der Förde. Von Bremerhaven aus ist Kiel mit dem Auto in rund 3 Stunden zu erreichen – ideal also für einen spontanen Tapetenwechsel am Wochenende. Hier ist eine kleine Auswahl an Ausflugszielen, die ihr bei einem Besuch abklappern könnt.

Die Kiellinie: Der Klassiker. Wer gerne zu Fuß unterwegs ist und am Wasser entlang bummelt, ist hier bestens aufgehoben. Aus der Innenstadt kann man kilometerweit an der Förde entlang schlendern. Zu bestaunen gibt es dabei vieles. Ganz wichtig natürlich: Schiffe, Schiffe, Schiffe. Am Terminal des Ostseekais machen regelmäßig Kreuzfahrtschiffe fest, weiter nördlich liegen im Yachthafen die kleinen Segelschiffe. Gerade bei schönem Wetter ist hier in den Abendstunden die Stimmung sehr gemütlich – die Besitzer sitzen dann gerne bei einem Feierabendbier oder auch mit einem kleinen Picknick auf ihren Booten und lassen es sich gut gehen. Das norddeutsche Savoir-vivre. Wichtig ist aber das richtige Timing eines Besuchs der Kiellinie. Meistens geht es hier recht ruhig zu, zur Kieler Woche aber, die in diesem Jahr vom 16. bis 24. Juni stattfindet, verwandelt sich die Kiellinie in eine Partymeile.

Die Innenstadt: Die Kieler Innenstadt kann weder mit architektonischen Perlen noch mit einzigartigen Geschäften aufwarten. Dafür aber kommt man von hier aus mühelos überall hin. Entweder mit dem Bus oder mit der Fähre. Vom Steg gegenüber dem Restaurant Vapiano (vom Hauptbahnhof aus in zwei Minuten zu erreichen) fahren regelmäßig Fußgängerfähren ab. Von dort aus geht es unkompliziert beispielsweise zum auf der anderen Fördeseite gelegenen Laboe mit seinem berühmten Marineehrenmal oder auch zum Falckensteiner Strand.

Parks und Grünanlagen: Davon hat Kiel jede Menge! Im Tiergehege Projensdorf teilen sich Spaziergänger mit wilden Tieren die Wanderwege. Wildschweine oder auch Damwild sind hier kein seltener Anblick. Die Forstbaumschule zeigt sich ab dem Frühjahr in ihrer ganzen Pracht und vom Diederichsenpark aus haben Naturliebhaber einen atemberaubenden Blick auf die Kieler Förde. Studentischer geht es im Schrevenpark unweit der Christian-Albrechts-Universität zu. Bei gutem Wetter tummeln sich hier die Griller und manchmal ist es gar nicht so leicht, noch ein kleines Fleckchen für den eigenen Grill zu finden.

Fernweh? Auch dafür hat Kiel das Richtige. Jeden Tag prägen die Schiffe von Stenaline und Color Line das Bild der Kieler Innenstadt. Mit Stenaline geht es jeden Tag um 19 Uhr Richtung Göteborg in Schweden, die Schiffe der Color Line brechen täglich um 14 Uhr zur norwegischen Hauptstadt Oslo auf.

Und noch ein Extratipp: Viele Besucher, die Kiel noch nicht kennen, freuen sich, wenn sie in ihrem Reiseführer vom „Kieler Schloss“ lesen, sind dann aber enttäuscht, wenn sie das ziemlich moderne Bauwerk besuchen. Denn das ursprüngliche Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg zu großen Teilen zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Einen Besuch kann man sch tatsächlich getrost sparen. Der Schlossgarten dagegen – obwohl recht klein – lohnt sich durchaus für einen kurzen Abstecher.

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