Der "Baum" wirkt harmonisierend und stabilisierend.

Foto: Firma Kelling

Gemeinsam im Gleichgewicht: Die Dejdars

„Sei anders. Sei du“ ist das Lebensmotto von Mira und Marian Dejdar. Die Yogalehrerin ist eine Powerfrau, Entspannung findet sie auf ihrer Matte. Marian spielte bis zuletzt Eishockey bei den Fischtown Pinguins. Auf dem Eis powerte er sich aus, abseits vom Spielfeld ist er dann eher der ruhigere Typ. Die beiden verbindet nicht nur die Liebe zum Sport, sie leben auch vegan. Für viele ein Widerspruch, für die Dejdars
selbstverständlich.

Yoga ist alles für Mira. „Körper, Geist und Seele in Einklang bringen“ ist für sie das Besondere an dieser Sportart: „Man fühlt sich danach entspannt und gelassen.“ Und das ist wichtig für die Powerfrau. „Ich stecke von morgens nach dem Aufstehen bis abends voller Energie“, erzählt sie. Ihr Mann Marian nickt schmunzelnd: „Manchmal beneide ich sie um ihre große Lebensfreude und ihren Antrieb.“

In Höchstform ohne tierische Produkte

14 Saisons spielte Marian bei den Fischtown Pinguins und wurde zum Aushängeschild der Mannschaft. Eishockey ist der Mittelpunkt in seinem Leben. Auf dem Eis muss er schnell sein, Ausdauer halten, Leistung bringen. Sein Job ist anstrengend, nicht nur körperlich. „Auch mental ist es ein großer Druck“, sagt Marian – Erfolg ist für Profisportler alles, was zählt. Bis zu zwölf Stunden in der Woche hat er Schlittschuhe unter den Füßen. Dazu das Training abseits der Eisfläche. Kraft und Beweglichkeit müssen trainiert werden, um bei den Spielen in Höchstform aufzulaufen.

Ich konnte viel schneller regenerieren, hab plötzlich eine längere Ausdauer und mehr Kraft gehabt, das war phänomenal.

Um noch mehr aus seinem Körper herauszuholen, stellte Marian seine Ernährung auf vegan um. „Ich habe nach zwei Wochen einen richtigen Energieschub gespürt“, erzählt der Eishockeyprofi begeistert: „Ich konnte viel schneller regenerieren, hab plötzlich eine längere Ausdauer und mehr Kraft gehabt, das war phänomenal.“ Von einer Ärztin bekam er hingegen zu hören, dass das „für Profisportler lebensgefährlich“ sei. Heute sagen die einstigen Skeptiker nichts mehr. Marian ist längst nicht mehr der einzige Sportler, der keine Produkte tierischen Ursprungs zu sich nimmt – egal ob Kraftsportler oder Ausdauerathlet.

Aus Liebe zu den Tieren

Mira ist häufig die treibende Kraft bei den Dejdars. So hat sie Marian nicht nur vom Yoga, sondern auch von einer veganen Ernährung begeistern können. Vor vielen Jahren stieß sie auf eine Reportage über Kannibalismus. „Darin wollte ein Mann einen anderen Mann essen, um ihn in sich zu haben und zu spüren“, erzählt Mira. Danach kam ihr in den Sinn, dass es mit Tieren ja das Gleiche sei. „Wir nehmen beim Essen von Fleisch ja auch deren Hormone und Angst in uns auf“, sagt sie nachdenklich: „Ich hatte nach dem Essen von Fleisch auch immer den Eindruck, dass ich mich depressiv fühle.“ Also beschäftigte sie sich mehr mit dem Thema und stieß auf den Film „Earthlings“ – eine Dokumentation über das Leid der Tiere in der Nutztierhaltung bis hin zu den Qualen der Versuchstiere. „Der Film hat bei mir alle Dämme gebrochen. Danach kriegte ich es nicht mehr übers Herz, Fleisch zu essen“, sagt Mira. Das ist nun über fünfeinhalb Jahre her.

Wir müssen kein Fleisch essen, wir sind nicht darauf angewiesen.

Auch Marian erging es so: „Ich kann gar nicht mehr anders, weil ich jetzt weiß, was das alles mit sich zieht, wenn ich Fleisch essen würde.“ Als Gründe nennt er das Tierleid, besonders in der Massentierhaltung, und auch zu den damit verbundenen Umweltbelastungen will er nicht mehr beitragen. „Wir müssen kein Fleisch essen, wir sind nicht darauf angewiesen“, betont er, „auch nicht als Leistungssportler“.

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