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Schluss mit den Neujahresvorsätzen

Mehr Sport, gesünder essen, weniger Zeit im Internet vertrödeln, dafür aber öfter Zeit mit Freunden und Familie verbringen – zum neuen Jahr nehmen wir uns immer wieder allerhand vor. Schluss mit dem ungesunden Essen, das wir während der Feiertage in uns hineingestopft haben. Schluss mit dem Stress, der die eigentlich besinnliche Weihnachtszeit anstregender gemacht hat, als wir es uns gewünscht hatten. Schluss mit der winterlichen Lethargie, die sich an den dunklen und ungemütlichen Tagen bei uns breit macht. Ach ja, wie schön wäre es, wenn wir so einfach mit dem Jahreswechsel alles ändern könnten.

Nur leider klappt das meist nicht. Nach einigen Tagen, Wochen oder Monaten geraten die guten Vorsätze in Vergessenheit. Wir leben wieder im normalen Trott. Ich habe mir selbst schon oft zum Jahresanfang etwas vorgenommen und es dann doch nicht durchgehalten. Sport steht fast jedes Jahr auf meiner Liste der guten Vorsätze und doch siegt nach einigen Wochen wieder die Faulheit. Das geht anscheinend nicht nur mir so, denn in keinem anderen Monat gibt es so viele Anmeldungen in Fitnessstudios wie im Januar.

Mein einziger Vorsatz für dieses Jahr ist deswegen, mir dieses Mal keine guten Vorsätze zu machen. Denn ganz ehrlich: Es ist doch Quatsch. Wer wirklich etwas in seinem Leben ändern will, braucht dazu nicht den Jahreswechsel als Anlass. Wir können unser Verhalten 365 Tage im Jahr ändern – wenn wir es wirklich wollen. Den Jahreswechsel brauchen wir dazu nicht, sondern Willenskraft, Disziplin und Ausdauer.

Mit der Zeit wird es leichter

Ich habe mir im September das Ziel gesetzt, gesünder zu essen. Fünf Tage in der Woche esse ich seitdem „gesund“. Ich habe festgelegt, was für mich überhaupt gesund ist, was geht und was nicht. In einer App markiere ich jeden einzelnen Tag, ob ich mein Ziel erreicht habe. Und es klappt: Zwei Wochen habe ich dieses Ziel seitdem nicht erreicht – die eine Woche war ich krank, die andere war Weihnachten. Mittlerweile fällt es mir deutlich leichter und es ist fast normal geworden, nur zwei Mal in der Woche zu „sündigen“.

Für alle, die sich übrigens entschließen, wirklich etwas zu ändern, hier einige Tipps, um besser durchzuhalten:

  1. Ein klares Ziel: Gerne nehmen wir uns vor, „ein paar Kilo abzunehmen“ oder „mal wieder gesünder zu essen“. Doch genau solche Vorsätze machen es uns schwer, unsere Ziele zu erreichen, denn sie sind vor allem eins: unverbindlich. Besser ist, sich ein klares Ziel zu setzen.
  2. Das „Wie“ zählt: Noch wichtiger als das Ziel ist jedoch, sich zu überlegen, wie man das Ziel erreichen will. Hierbei geht es vor allem darum, etwas zu finden, das zu der eigenen Persönlichkeit passt. Während der eine gerne im Fitnessstudio trainiert, können sich andere eher dazu motivieren, draußen den Kilos den Kampf anzusagen. Mir persönlich hilft es, Verbindlichkeiten zu setzen: Zwei Mal die Woche mache ich dies, drei Mal die Woche das. Hier können Apps helfen, bei denen man die Tage abstreichen und seinen Fortschritt verfolgen kann. Das schlechte Gewissen ist größer, wenn man die „roten Tage“ vor sich sieht.
  3. Realistisch bleiben: Oft machen wir den Fehler, dass wir uns zu viel auf einmal vornehmen. Wir sind motiviert und wollen am liebsten sofort alles erreichen. Nur funktioniert das so nicht. Zu hoch gesteckte Ziele fangen schnell an, uns zu demotivieren, weil sie im ersten Eifer zwar toll, auf den zweiten Blick aber kaum erreichbar scheinen. Das soll jetzt gar nicht heißen, dass man sich keine hohen Ziele vornehmen soll, sondern dass man diese in kleine, erreichbare Ziele aufteilt. Schritt für Schritt ans Ziel sozusagen.
  4. Gemeinsam statt allein: Alleine fehlt vielen die Motivation, auf lange Zeit dabei zu bleiben. Es ist einen Versuch wert, sich gemeinsam mit Freunden, Mitbewohnern oder dem Partner Ziele zu stecken. Wer mehr Sport machen will, kann sich zum Beispiel jeden Dienstag mit einem Freund im Schwimmbad verabreden. Übrigens hilft es auch, anderen von seinen Plänen zu erzählen. Sie können mit Tipps helfen oder einfach mal nachfragen, wie es läuft. So fällt es auch schwerer, sich zu drücken.
  5. Gewohnheiten schaffen: Der wichtigste Schritt für Erfolg ist, aus einem Ziel eine Gewohnheit zu machen – ansonsten verfällt man schnell wieder in alte Muster zurück. Doch das kann dauern: Gewohnheiten sind ein bisschen wie Trampelpfade, die sich Tag für Tag festigen. Deswegen muss man dabeibleiben – auch oder gerade, wenn die erste Unlust aufkommt. Nach einiger Zeit fällt es dann leichter und wird selbstverständlicher in unserem Alltag.