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Der Zauber der Worte: Warum Poesie gut für die Seele ist

In dir und mir und in vielen anderen steckt irgendwo eine poetische Ader, die hin und wieder in unseren Alltag einfließt. Ob nun bewusst oder unterbewusst – sie fließt in gemeinsame Gespräche oder in einsame Momente, in denen wir unsere Gedanken freilassen und plötzlich an ganz anderen Orten landen.

Aber was ist das eigentlich, „Poesie“? Wenn man danach googelt, stößt man auf verschiedene Definitionsvorschläge, zum Beispiel: „Unter Poesie versteht man die Kunst, mit der man die Phantasie in Sprache umsetzt und Zuhörern somit einen Eindruck in beispielsweise eigene Erfahrungen und Deutungen einlädt.“ In anderen Definitionen heißt es wiederum, dass man das Wort eigentlich gar nicht definieren kann. Bei Poesie gibt es kein richtig oder falsch. So wie bei der Interpretation von Bildern in der Kunstgalerie.

Freigelassene Gedanken

Für mich sind poetische Worte schlichtweg freigelassene Gedanken. Gedanken, die vorher noch unpassend wirkten, sich aber auf dem Papier oder in Blogposts zusammenbringen und ausdrücken lassen. Diese Gedanken sind nicht nur gut für die Seele, sie machen uns auch ein ganzes Stück weit aus.

My soul wandered, happy, sad, unending. – Pablo Neruda

Poesie lässt außerdem zu, dass man für einige Zeit seine Sorgen und Probleme nicht einfach vergisst, sondern sich bewusst mit ihnen beschäftigt – aber auf ganz andere Art, als man es zum Beispiel  im Austausch mit seiner besten Freundin getan hätte. Denn sobald man sich mit sich selbst beschäftigt, das heißt seine zusammengefügten Gedanken entweder aufschreibt oder sie einfach nur im Kopf bewahrt, fließt immer auch ein Stück der aktuellen Gefühlslage mit in sie hinein. Es ist dann möglich sich fallen zu lassen – in einen unbegrenzten Raum voller Freiheit.

Because we can imagine, we are free. – Jean-Paul Sartre

Die Dichtung, die dabei entsteht, ist wie eine Gratwanderung zwischen der Wahrheit und den eigenen Gedanken. Und die Kunst dabei ist, seinen Fokus zu erweitern, aber dennoch einen klaren Blick zu behalten.

Eine geschlossene Tür im offenen Raum

Poesie ist sozusagen wie eine geschlossene Tür im offenen Raum. Wer seinen Fokus erweitert, seinen Gedanken freien Lauf lässt und auch das Unmögliche zulässt, sieht immer neue Wege.

Das zumindest ist meine Sicht auf die Poesie, was ist deine?

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