Alles für den perfekten Tag

Für viele Menschen ist es der schönste Tag im Leben: Die eigene Hochzeit. Oft planen die Paare ein ganzes Jahr lang ihren großen Tag. Und das ist gar nicht so einfach: Die Suche nach einer passenden Location, nach einem Caterer, DJ, Fotografen oder Dekorateuren kostet viel Zeit und Nerven.

Da kommen Menschen wie Arischa Schmitz ins Spiel. Die Nordenhamerin organisiert ganze Feiern, von der Einladungskarte bis zur Tischdeko. „Der Trend geht dahin, dass die Paare viel von der Organisation abgeben, damit sie einfach den Tag genießen können“, sagt sie. „Und auch ihre Freunde und Familien möchten sie nicht damit belasten.“ Außerdem seien viele junge Menschen beruflich sehr eingespannt, sodass gar keine Zeit bleibe, um alles selbst auf die Beine zu stellen.

Vor etwa eineinhalb Jahren hat Arischa Schmitz die Marktlücke in Nordenham erkannt und hilft seitdem anderen bei der Planung und Umsetzung ihrer Feiern. Sie organisiert vor allem grüne Hochzeiten, aber auch silberne und goldene Hochzeiten, eine Taufe, Konfirmation und Einschulung waren schon dabei. Sie gestaltet Einladungs- und Dankeskarten für ihre Kunden, dekoriert Festsäle oder auch Wohnzimmer, vermittelt den Kontakt zu Floristen, Konditoren, Bands, Sängern, Limousinen-Anbietern oder Caterern.

Die Vorbereitung vor Ort dauert 20 Arbeitsstunden

„Die Hochsaison der Hochzeiten ist von Mai bis Oktober. Den Winter über ist es dann etwas ruhiger“, sagt Arischa Schmitz. Momentan ist sie fast jedes Wochenende im Einsatz, um eine Location zu dekorieren. „Die Nachfrage für zwei bis drei Hochzeiten wäre definitiv da, aber wir nehmen nur die Aufträge an, die wir auch umsetzen können“, so die Party-Planerin.

Die Vorbereitung vor Ort dauert etwa 20 Arbeitsstunden. „Wir sind immer vier bis fünf Dekofeen vor Ort und reisen in der Regel mit drei bis vier Autos voller Ausstattung an“, erzählt die 38-Jährige. Dann heißt es: Servietten falten, Menükarten aufstellen, Stühle mit Hussen versehen, Tische dekorieren und Lichterketten und Lampions aufhängen.

Vintage und Natur

„Bei der Dekoration sind momentan Vintage- und Naturelemente sehr beliebt“, betont sie. Auch die Individualität ist den Hochzeitspaaren wichtig. „Jede Feier ist anders und soll zu dem Paar passen“, sagt Arischa Schmitz. Sie hat außerdem festgestellt: „Hochzeiten werden immer größer und auch medialer. Man findet sofort die Bilder auf Facebook oder Instagram. Manche Paare wollen sich regelrecht gegenseitig übertrumpfen.“

Viele junge Leute sind nicht mehr in der Kirche, suchen aber trotzdem diesen besonderen Moment.

Neue Trends, die man auf vielen Feiern findet, sind Notfallkörbchen im Bad mit Utensilien wie Deo oder Blasenpflaster, Candy- oder Saltybars mit süßen und salzigen Leckereien und eine Fotobox für lustige Schnappschüsse zur Erinnerung. „Viele Hochzeitspaare bereiten kleine Gastgeschenke für ihre Lieben vor“, weiß Arischa Schmitz. Auch Flipflops werden oft verteilt, damit sich die Gäste von schmerzenden Highheels befreien können. „Das gab es alles vor ein paar Jahren noch nicht. Das schwappt alles aus Amerika rüber.“

Viele Paare laden ihre Freunde und Familien nicht nur zur Trauung und Hochzeitsfeier ein. Ein Get-Together am Vortag oder ein gemeinsames Katerfrühstück am Folgetag machen die Hochzeit zu einem richtigen Event.

Freie Trauungen liegen im Trend

Ein weiterer Trend, den Arischa Schmitz beobachtet, ist die Zunahme an freien Trauungen. „Viele junge Leute sind nicht mehr in der Kirche, suchen aber trotzdem diesen besonderen Moment“, erklärt sie. Ob am Strand, im Park oder zuhause im Garten: Bei der freien Trauung ist alles möglich. „Es gibt Trauredner, die man dafür buchen kann. Manchmal halten aber auch Freunde oder ein Familienmitglied die Traurede“, erzählt Arischa Schmitz.

Viele Paare, die sich weder kirchlich noch frei trauen lassen, machen die standesamtliche Trauung zu ihrem besonderen Moment. „Sie suchen sich eine schöne Location aus, engagieren einen Sänger oder eine Band, es werden persönliche Worte gesprochen und die Braut trägt ein weißes Hochzeitskleid.“ So kann die Braut auch ohne Kirche ihren persönlichen „Prinzessinnen-Moment“, wie Arischa Schmitz es nennt, erleben.

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Laura

Über Laura Nobel

Ist verrückt nach Katzen, seit sie denken kann. Wenn Laura nicht gerade mit dem Fahrrad in ihrer norddeutschen Heimat unterwegs ist, dann erkundet sie die restlichen Teile der Welt - das Reisefieber brachte sie schon bis auf die Cook Islands - oder sie faulenzt auf ihrem Sofa.

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