Plattdeutsches Wörterbuch: Schietwedder

Schietwedder. (Foto: Nina Brockmann, Montage: Lena Gausmann)

Entweder man liebt oder man hasst ihn: den Herbst. Er hat die schönsten Töne, aber auch seine Tücken. Mit der Sonne strahlen auch die bunten Blätter an den Bäumen. Es ist Zeit für lange Spaziergänge, wir holen unsere Stiefel und Parkas raus, freuen uns auf eine Tasse Tee zum Aufwärmen. Jedoch hat der Herbst auch eine dunkle Seite. Wenn die Sonne mal nicht so oft scheint, wie es uns lieb ist – was im Norden gefühlt öfters der Fall ist. Wir kriegen Abend für Abend mit, wie die Tage kürzer werden – und morgens kommen wir schon gar nicht mehr aus dem Bett.

Oft fehlt es an Motivation, viele Menschen spüren in dieser Zeit nichts, das ihnen Kraft gibt. Weil alles dunkel, alles grau ist und die Laune dementsprechend bedrückt – vor allem, wenn dann auch das Wetter mal wieder macht, was es will. „Schietwedder” nennen wir das in Bremerhaven, aber ich finde, das Wort zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht. Es ist einfach ein niedliches Wort für ein eher ungemütliches Ereignis. Aber das ist noch lange kein Grund niedergeschlagen zu sein, denn man muss einfach nur wissen, damit umzugehen. Und was einem gut tut, wenn die dunkle Jahreszeit anbricht. Deswegen möchte ich einige Tipps teilen, die mir persönlich helfen, den Herbst – genau wie jede andere Jahreszeit – für seine Vorzüge zu lieben, bevor ich die Herkunft des Wortes noch erörtere:

Was bei Herbstblues hilft:

Kinozeit
Popcorn, Cola, Eis und ein guter Blockbuster sind die beste Lösung für ungemütliche Herbsttage, die man nicht zu Hause verbringen möchte.

Lesen
Auch für gute Bücher ist endlich wieder Zeit. Oder den Haufen Magazine durchzublättern, der sich über den Sommer angesammelt hat.

Stay in
Einfach mal nichts vor haben. Einfach mal zu Hause bleiben. Einfach mal allein sein, Duftkerzen anzünden und Netflix einschalten.

Kürbis
Ich liebe alles mit Kürbis. Wenn es beim Bäcker endlich wieder Kürbisbrot gibt, geht mein Herz auf. Auch bei selbstgekochter Kürbissuppe oder noch lauwarmen Kürbiskuchen schlägt es schneller. Zwei meiner Lieblingsrezepte habe ich verlinkt.

Halloween
Dieses Jahr gehe ich auf meine erste Halloween-Party. Ein echtes Highlight, auf das ich mich freue, wie ein kleines Kind früher auf die Runden durch die Nachbarschaft mit „Süßes, sonst gibt’s Saures”.

Spaziergänge
Auch ruhig mal bei Schietwedder den Gang nach draußen wagen. Ich gehe fast jeden Sonntag eine Runde Spazieren, muss einmal übern Deich gucken. Die Luft ist im Herbst meistens noch angenehm, nicht zu kalt, so dass man auch bei Regen nicht friert. Deswegen: Auch bei Regenwetter in wetterfeste Kleidung schmeißen und ein Stück laufen, um durchzuatmen, den Kopf freizubekommen – hilft!

Warmer Kakao
Es gibt nichts besseres als eine Tasse heiße Schokolade mit Sahne. Außerdem macht Schoki ja bekanntlich glücklich.

Kuscheln
Da gibt es nichts hinzuzufügen: einfach kuscheln – mit dem Partner, mit der Decke, der Wärmflasche, der besten Freundin oder dem Kuscheltier.

Yoga
Yoga kommt so ziemlich in allen meinen „Was-mir-gut-tut-Listen” vor. Ich habe unlängst einen speziellen Herbst-Flow gemacht, der verschiedene erdende und herzöffnende Übungen vorsieht, Feels good!
Zum Workout geht es hier.

Definition: „Weder mit veel Regen, bi dat nüms geern rutgeiht” lautet die plattdeutsche Beschreibung von „Schietwedder”. Das Wort setzt sich zusammen aus „Schiet”, das so viel heißt wie „Dreck” oder „Scheiße” sowie dem plattdeutschen Wort für Wetter.

So klingt es:

Plattdeutsch (auch: Niederdeutsch, oder in der Eigensprache: Plattdüütsch) ist eine eigenständige Sprache mit vielen Dialekten, die vor allem im nördlichen Deutschland gesprochen werden. Gebräuchlich ist das Plattdeutsche aber auch in den angrenzenden Regionen, sowie im Osten der Niederlande. Ein Einheits- oder Standard-Platt gibt es daher nicht.

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Nina

Über Nina Brockmann

Foodie, Yogi und reiseverrückter Lifestyle-Junkie. Kann ohne Kaffee, Avocados und Lachen nicht leben. Steht auf Melancholie, aber nicht auf Mädchenkram wie Kleider oder Nagellack. Nur ohne Lippenstift geht sie äußerst selten aus dem Haus. Auch für Flechtfrisuren hat sie ein Faible.

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