Plattdeutsches Wörterbuch: Moin

Foto: Nina Brockmann, Montage: Daniel Gefers

Ich sage „Hallo”, ich sage „Hey” oder „Hi” und ich sage „Na”. Was ich gar nicht gebrauche ist „Moin”. Leider. Es kommt mir einfach nicht über die Lippen. Obwohl es so cool wäre. So lässig. Und so norddeutsch. Aber irgendwas haben diese vier Buchstaben einfach an sich, dass ich sie noch nicht in meinen alltäglichen Sprachgebrauch aufgenommen habe – obwohl ich es so gerne würde.

Natürlich kann man sich nicht aussuchen, wie man redet. Es kommt einfach. Sonst wäre es ja auch aufgesetzt. Aber „Moin” ist ein Grußwort, das ich mir schon lange angewöhnen möchte. Weil es auch in ganz Deutschland zeigt, wo du herkommst. Dass du stolz auf deine Herkunft bist. Und den Menschen – hoffentlich – ein Lächeln ins Gesicht zaubert, weil es – außerhalb des Nordens – eben ungewöhnlich ist, auch wenn die Existenz des Wortes schon seit knapp 200 Jahren nachweisbar ist.

Zuhause ist, wo man auch am abend moin sagt.

Das Coole ist außerdem: „Moin” heißt nicht zwangsweise „Guten Morgen”, sondern es kann zu jeder Tages- und Nachtzeit verwendet werden. Easy also – einfach immer „Moin” sagen. Es passt einerseits immer, lässt aber auch viel Raum für Interpretationen. Denn ein „Moin” wirkt für mich immer ziemlich abgeklärt – norddeutsch eben. An einem „Moin” kann man meistens nicht erkennen, wie es einem gerade geht. Womit wir wieder bei der Coolness wären.

MOIN MOIN UND MOINSEN

Moin Moin: Während „Moin” lediglich als Grußformel betrachtet wird, enthält „Moin Moin” zusätzlich entweder eine herzliche Komponente oder eine gesprächsanbahnende Komponente, sozusagen eine Aufforderung zum Smalltalk oder Norddeutsch „Klönschnack”. Vielfach wird „Moin Moin” auch als Erwiderung auf den Gruß „Moin” angewendet. In weiten Teilen Norddeutschlands – wie in Ostfriesland oder Hamburg – wird die Verdoppelung des „Moins” hingegen als zu geschwätzig empfunden.

Moinsen: Inzwischen wird umgangssprachlich, vor allem unter Jugendlichen, auch „Moinsen” verwendet. Die Herkunft ist unklar. Vermuten kann man hier einen ironischen Hinweis auf die zahlreichen, mit „sen” endenden Namen in Norddeutschland, wie Petersen, Hansen oder Jensen.

„Moinsen” findet im gleichen Zusammenhang wie „Moin” Anwendung, teilweise aber auch speziell wenn:

  • mehrere Leute auf einmal angesprochen werden (als Kurzform für „Moin zusammen”)
  • das „Moin” besonders betont werden soll („Ich grüße Dich besonders herzlich”)
  • auf ein „Moin” geantwortet wird („Moin zurück”).

Crazy facts

  • „Moin” ist auch in der Deutschen Marine halbformelle Grußformel anerkannt, weil sie kameradschaftsfördernd sei.
  • Um „Moin” im deutschen Sprachgebrauch zu erhalten, hat der Radiosender Energy Bremen eine Wortpatenschaft beim „Verein deutscher Sprache” für das Wort übernommen. Die Morgenshow des Senders wurde im August 2006 danach umbenannt.
  • Verwandte Grußformeln: „Gude” (Hessischer Raum), „Hoi” (deutschsprachige Schweiz und Südbaden), „Servus” (Süddeutschland und Österreich).
  • Gegenwörter: „Tschüs”, „Adjüs”.
Quelle: Wikipedia

So klingt es:

Plattdeutsch (auch: Niederdeutsch, oder in der Eigensprache: Plattdüütsch) ist eine eigenständige Sprache mit vielen Dialekten, die vor allem im nördlichen Deutschland gesprochen werden. Gebräuchlich ist das Plattdeutsche aber auch in den angrenzenden Regionen, sowie im Osten der Niederlande. Ein Einheits- oder Standard-Platt gibt es daher nicht.

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Nina

Über Nina Brockmann

Foodie, Yogi und reiseverrückter Lifestyle-Junkie. Kann ohne Kaffee, Avocados und Lachen nicht leben. Steht auf Melancholie, aber nicht auf Mädchenkram wie Kleider oder Nagellack. Nur ohne Lippenstift geht sie äußerst selten aus dem Haus. Auch für Flechtfrisuren hat sie ein Faible.

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