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Wichteln: Die Freude des Schenkens

Was wäre Weihnachten ohne Geschenke? Mindestens genauso schön wie beschenkt zu werden, ist es doch, seinen Lieben selbst ein Weihnachtsgeschenk zu überreichen. Ich liebe es jedes Jahr aufs Neue, etwas Schönes für meine Familie und meine Freunde zu besorgen, die Dinge liebevoll einzupacken und schließlich unter den Tannenbaum zu legen.

Aber natürlich ist es schwierig, für all seine Freunde ein würdiges Weihnachtsgeschenk zu besorgen. Deshalb ist das Wichteln eine schöne Möglichkeit. Das mache ich mit meinen besten Freundinnen seit Jahren. Irgendwann während der Zeit auf dem Gymnasium haben wir damit begonnen und seitdem ist es zu einer richtigen Tradition zu Weihnachten geworden.

Wir treffen uns jedes Jahr am 27. Dezember. Das ist bei uns so etwas wie der dritte Weihnachtstag. Mittlerweile ist es meistens auch leider der einzige Tag im Jahr, an dem wir es schaffen, dass wir alle zusammenkommen. Aber das macht unseren Wichtel-Tag zu etwas ganz Besonderem. Wir treffen uns meistens schon nachmittags zu Kaffee, Keksen und Baileys-Kakao, dabei wird gewichtelt. Abends darf dann auch der Anhang dazukommen und wir essen, spielen Spiele, trinken Glühwein, hören Weihnachtsmusik und machen uns einfach einen schönen Abend.

Wir wichteln so: Die Wichtel-Paten losen wir schon vorher aus. Wenn man sich so gut kennt wie wir, finde ich das die schönste Variante. Denn so bekommt jede ein total persönliches Geschenk. Ich habe zum Beispiel mal ein Mutmacher-Paket für meine kurz bevorstehende Führerscheinprüfung bekommen. Zu unserem allerersten Wichtel-Tag hat mir meine Wichtel-Patin eine Fotocollage gebastelt. Die hängt bis heute an meiner Wand. Und letztes Jahr gab es einen ziemlich leckeren, selbstgemachten Kinder-Schokolade-Likör. Am Wichtel-Tag würfeln wir dann immer in der Runde und jede, die eine Sechs würfelt, darf ihr Geschenk überreichen.

Was wäre Weihnachten nur ohne Geschenke? (Foto: Ben White/ Unsplash)

Unsere Wichtel-Tradition gehört für mich zu Weihnachten einfach dazu. Ich freue mich jedes Jahr sehr auf diesen Tag. Denn Wichteln mit seinen Lieben bringt einfach Spaß, finde ich! Natürlich gibt es noch viele andere Arten, auf die gewichtelt werden kann. Hier sind vier Beispiele.

  • Zufalls-Wichteln: Dabei wird zuvor kein Wichtel-Pate festgelegt. Jeder besorgt ein Geschenk, verpackt es und bringt es am Wichtel-Tag mit. Dann kommen alle Geschenke in einen Sack. Der geht anschließend reihum und jeder Spieler darf sich ein Päckchen herausziehen.
  • Würfel-Wichteln: Hier werden die Geschenke in die Mitte gelegt. Dann geht ein Würfel reihum und jeder, der eine Sechs würfelt, darf sich ein Geschenk aussuchen und setzt solange aus, bis jeder ein Geschenk hat. Anschließend wird weiter gewürfelt und es gelten folgende Regeln: Bei einer Eins muss der Spieler sein Geschenk mit einer beliebigen Person tauschen. Bei einer Zwei oder Drei wandern alle Geschenke im Uhrzeigersinn, bei einer Vier oder Fünf gegen den Uhrzeigersinn. Wer eine Sechs würfelt, darf sein Geschenk auspacken.
  • Räuber-Wichteln: Alle Geschenke werden in die Mitte gelegt, Der jüngste (oder älteste) Spieler darf sich ein Präsent aussuchen und direkt auspacken. Der nächste Speiler kann dann entscheiden, ob er dieses Geschenk klauen will oder ob er sich ein neues vom Stapel nimmt und auspackt, Der nächste kann dann ebenfalls zwischen einem bereits ausgepackten oder einem neuen Geschenk auswählen und so weiter. Wenn alle an der Reihe waren, werden ein paar Spieler kein Geschenk mehr in der Hand halten. Dafür werden noch Geschenke übrig sein. Die bestohlenen Spieler sind dann wieder an der Reihe und dürfen sich entweder für ein neues Geschenk entscheiden oder einen Mitspieler beklauen. Das Ganze geht so lange weiter, bis jeder ein Geschenk hat.
  • Schrott-Wichteln: Das Schrott-Wichteln ist wohl eine der bekanntesten Varianten. Wie der Name schon sagt, werden nur hässliche Dinge verschenkt, die man nicht mehr braucht. Jeder wickelt seinen Gegenstand vorher in Zeitungspapier ein, sodass der Inhalt von außen nicht mehr zu erkennen ist. Am Wichtel-Tag werden die „Geschenke“ auf einen Haufen gelegt. Einer beginnt, zum Beispiel der Älteste, und sucht ein Päckchen für seinen rechten Nachbarn aus, der es dann direkt auspacken darf. Schrott-Wichteln kann man natürlich auch in der Zufalls-, Würfel- oder Räuber-Variante spielen.