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Nachhaltig die Welt entdecken

Fremde Länder erkunden, berühmte Sehenswürdigkeiten besuchen, im glasklaren Meer schwimmen: Wer liebt es nicht, in den Urlaub zu fahren? Heute genießen wir den Luxus, in wenigen Flugstunden auf der anderen Seite der Welt sein zu können. Aber so schön das Ganze ist: Durch die beständig steigende Zahl an Reisen und Touristen entstehen auch immer mehr Auswirkungen auf die Umwelt. Allein die Deutschen unternehmen jedes Jahr rund 70 Millionen längere Reisen.

Deshalb ist es wichtig, bei der Reiseplanung und am Urlaubsort möglichst nachhaltig zu handeln – genauso wie auch zuhause. Ulrike Wachotsch vom Umweltbundesamt und Nadine Schaal von dem Zertifizierungs-Unternehmen TourCert wissen, worauf es beim nachhaltigen Reisen ankommt. Hier sind fünf Hinweise, die jeder im Kopf haben sollte.

Die An- und Abreise: Laut Umweltbundesamt entstehen die größten umweltrelevanten Belastungen des Tourismus durch die An- und Abreise sowie die Mobilität am Urlaubsort. „Daher sollten sich Reisende insbesondere über die Verkehrsmittelwahl Gedanken machen“, betont Ulrike Wachotsch. Flüge sollte man aus Klimaschutzgründen möglichst vermieden. Es gibt auch tolle Reiseziele, die man mit der Bahn oder dem Bus gut erreichen kann.

Reisende sollten sich insbesondere über die Verkehrsmittelwahl Gedanken machen. (Foto: Mantas Hesthaven/ Unsplash)

Freiwillige Abgabe: Wenn es aber doch das weit entfernte Reiseziel sein soll, kann man durch eine freiwillige Abgabe die CO2-Emissionen kompensieren, die beim Flug entstehen. „Das ist ein guter Weg. Dadurch werden wunderbare Klimaschutzprojekte unterstützt“, erklärt Nadine Schaal. Die Organisation atmosfair nutzt die Abgabe zum Beispiel dazu, erneuerbare Energien in Entwicklungsländern auszubauen. Dadurch wird CO2 eingespart, das sonst durch fossile Energien entstanden wäre. Grundsätzlich sollte die Entfernung zum Urlaubsort in einem angemessenen Verhältnis zur Reisedauer stehen. Nadine Schaal empfiehlt die Faustregel: Mindestens 14 Tage Aufenthalt bei einem Langstreckenflug (über 2000 km); Kurzstreckenflüge (unter 700 km) möglichst vermeiden.

Bei Flugreisen empfiehlt sich die freiwillige Abgabe zur CO2-Kompensation. (Foto: Jordan Sanchez/ Unsplash)

Lokale Wirtschaft unterstützen: Vom Tourismus sollen nicht nur die internationalen Hotelketten und Airlines etwas haben. Vor allem im Urlaubsland selbst soll etwas ankommen. „Einen All-Inclusive-Urlaub in einem Riesenhotel, aus dem man gar nicht herauskommt, sollte man vermeiden“, sagt Nadine Schaal. Das sei wirtschaftlich und kulturell schade. Ebenso wenig nachhaltig seien Kreuzfahrten mit riesigen Dampfern. „Solche großen Bunker haben einen CO2-Ausstoß und einen Ressourcenverbrauch wie eine Kleinstadt“, erklärt Nadine Schaal. Ein Problem sei auch, dass Tausende von Menschen gleichzeitig den Anlegeort stürmen. „Und zum Abendessen geht es wieder an Bord, weil sie ja eh dafür bezahlt haben. Die Leute vor Ort verdienen also herzlich wenig daran.“ Wer verantwortungsvoll Reisen will, sollte stattdessen zum Beispiel in lokalen Geschäften einkaufen und in einheimischen Restaurants essen gehen.

Lieber auf lokalen Märkten einkaufen. (Foto: Max Libertine/ Unsplash)

Kultur erleben: Wichtig ist auch, dass man sich schon vor dem Urlaub mit der Kultur und der Mentalität des Landes beschäftigt. So entwickelt man Verständnis für die lokalen Gegebenheiten und kulturellen Unterschiede und kann ganz anders in die Kultur des Landes eintauchen. Es ist auch sinnvoll, ein paar Sätze in der Landessprache zu lernen, sagt Nadine Schaal: „Das zeigt Interesse und Respekt.“

Schon vor der Reise sollte man sich mit der Kultur des Landes vertraut machen. (Foto: Ibrahim Rifath/ Unsplash)

Sparsamer Umgang mit Ressourcen: Wasser ist vor allem in vielen südlichen Ländern eine knappe Ressource. Ein sparsamer und bewusster Umgang sollte daher immer selbstverständlich sein. Das gilt natürlich auch für Lebensmittel und den Stromverbrauch – Buffets sollte man zum Beispiel nach Möglichkeit vermeiden und die Klimaanlage und Co. nicht den ganzen Tag lang laufen lassen.

In vielen Ländern ist Wasser eine knappe Ressource. (Foto: Abigail Keenan/ Unsplash)