Foto: Carolin Brandes

Empowering Women: Gemeinsam alleine reisen

Es gibt die verschiedensten Formen, alleine zu reisen. Ich habe mich einer Fitnesstrainerin angeschlossen und mit neun weiteren Mädels eine gesunde Sportwoche auf Mallorca verbracht. Weil das genau mein Ding ist. Ich vor Einbruch der dunklen Jahreszeit unbedingt noch einmal Sonne tanken wollte. Doch das eigentliche Ziel der Reise war das Miteinander aller Teilnehmer.

Ähnlich wie Nina es in einem ihrer vorherigen Artikel erläutert hat, hatte auch ich Anfang diesen Jahres die Idee, alleine zu reisen – zumindest fast alleine. Eine meiner liebsten Trainerinnen, Alex Hipwell, hat eine Reise nach Mallorca angeboten. Eine kleine Gruppe von Frauen, die Spaß am Sport sowie an gesundem Essen haben und sich gegenseitig inspirieren wollen. Ich habe mich sofort angesprochen gefühlt, denn auch ich bin ein absoluter Sportfreak und es gibt fast keine Sportart, die ich nicht schon einmal selbst ausprobiert habe. Im März habe ich dann den Entschluss gefasst, diese Reise anzutreten. Für mich. Für mein Wohlbefinden. Und um kurz vor dem Winter noch einmal Kraft zu tanken.

Caro mit Trainerin Alex Hipwell. (Foto: Carolin Brandes)

The most important relationship in life is with yourself.

Im September war es dann endlich soweit – ich machte mich auf den Weg zum Flughafen und war schon ganz gespannt, da ich kein Mädchen der insgesamt zehnköpfigen Gruppe kannte. Am Gate habe ich schon versucht zu schauen, wer wohl das gleiche Ziel verfolgte wie ich, denn uns war im Vorhinein ein gemeinsamer Flug ans Herz gelegt worden. Ohne Erfolg, aber dafür mit freudiger Aufregung stieg ich in den Flieger und wurde am Flughafen auf Mallorca von Alex, der Trainerin, und zwei weiteren Teilnehmerinnen erwartet.

Wir hatten eine Finca im Nordwesten der Insel gemietet – beim Eintreten war ich einfach sprachlos. Es blieben keine Wünsche offen und auch die anderen Frauen waren alle unfassbar nett. Wir starteten mit einem leckeren Brunch auf unserer Terrasse, gleich neben unserem Pool mit Meeresblick, umgeben von Pflanzen. Das fing gut an. Ich teilte mir das Zimmer mit einer weiteren Person, was für mich im Voraus der größte Horror war. Mit einer fremden Person im gleichen Zimmer schlafen? Ausgeschlossen. Ich überlegte sogar deswegen die Reise zu canceln, aber entschied mich letztendlich – und Gott sei Dank – dagegen. Meine Zimmergenossin war unfassbar nett und das Zimmer versprühte einen tollen Charme.

be the girl who decided to go for it.

Weiter ging es mit unserem ersten sportlichen Teil der Reise, einem Bootcamp Workout. Der Name war definitiv Programm und am nächsten Tag hat man deutlich die Auswirkung in Form von Muskelkater gespürt. Dennoch fingen wir direkt um 8 Uhr morgens mit einem weiteren Training an. Dieses beinhaltete unter anderem 200 Ausfallschritte, viele Laufeinheiten sowie 500 Seilsprünge. Danach hatten wir uns unser gesundes Frühstück mehr als verdient und waren bereit für eine Wandertour entlang der Küste. Dieser Teil der Reise hat mir besonders gut gefallen, denn wir endeten in einer kleinen Bucht mit türkisfarbenem Wasser, wo wir uns in einem Restaurant etwas zu essen gönnten. Abends konnten wir den Tag entspannt an unserem Pool – mit Sonnenuntergang, einem Buch und tollen Gesprächen – ausklingen lassen, ehe am nächsten Tag eine der zwei härtesten Sporteinheiten anstand: das CrossFit Workout.

Jeder, der das schon einmal gemacht hat, weiß wovon ich spreche. Wir fuhren dafür in eine sogenannte CrossFit Box und hatten dort einen Trainer. In 2er-Teams mussten wir eine bestimmte Anzahl an Sprints, Wallballs, Kettlebell Swings und Rudermeter absolvieren – auch unsere Trainerin hat an diesem Programm teilgenommen. Es ist wirklich unfassbar, was man in einer Gruppe schafft. Man sieht sich die Liste der Übungen mit der Anzahl der Wiederholungen an und denkt sich nur: Das schaffe ich niemals. Und dennoch hat keiner aufgegeben. Es ging nicht darum, als erster fertig zu sein, sondern darum, an seine persönliche Grenze zu gehen. Meine waren die insgesamt 1 Kilometer laufen in 200 Meter Sprints gestaffelt.

So verschieden und doch so gleich

Genau dort hat sich das Ziel dieser Reise besonders widergespiegelt. Es ging um das Miteinander, das Anfeuern und das Bestärken des Anderen. Nicht um Konkurrenz. Es war eine Gruppe von starken Frauen, jede mit eigenen Stärken und eigenen Schwächen, jede an einem anderen Punkt in ihrem Leben, jede so verschieden und am Ende doch so gleich.

Der vorletzte Tag startete mit einer „Beach Challenge” – einem kleinen, aber sehr unterhaltsamen Workout am Strand, das besonders als Spaßfaktor bestimmt war und seine Aufgabe vollends erfüllt hat. Dennoch kam auch hier der Sport nicht zu kurz, dieses Mal in Form einer für mich persönlich sehr anstrengenden Wanderung. Es ging etwa fünf Kilometer bergab zu einem Paella Restaurant und wir wanderten an einer der wunderschönsten Küsten, die ich je gesehen habe. Das Wasser war kristallklar und wir hatten Sicht auf die Berge. Das Essen war fantastisch und wir verbrachten noch einige Zeit in einer unfassbar tollen Bucht.

Nature is one of our greatest teachers.

Es war sehr menschenleer und wenn man weiter hinaus schwamm, konnte man die Klippen und die Berge gleichermaßen sehen. Diesen Anblick und dieses Gefühl von Freiheit werde ich nie vergessen. Nur die Trainerin und ich zusammen im Wasser – als Zeugen dieser unglaublichen Natur. Dies war ein Moment nur für uns, nur für mich alleine. Der Haken an dieser eher unberührten Bucht war der Weg zurück. Ich habe in etwa so geschwitzt wie beim CrossFit und war fix und fertig, als ich endlich oben ankam.

Insgesamt nehme ich sehr viel von dieser Reise mit: Ich habe tolle Gespräche mit tollen Frauen geführt, die mich nicht nur inspiriert, sondern auch weitergebracht haben. Die Sicht der Dinge zu ändern, offen zu sein für Veränderungen und den negativen Ballast hinter mir zu lassen. Mir wurde gezeigt, wie gut gesundes Essen schmecken kann und wie weit man seine selbstgesteckten Linien überschreiten kann, wenn man mit Personen zusammen ist, die das gleiche Ziel verfolgen. Besonders positiv fand ich den Aspekt des Miteinanders. Wir hatten mehrere Challenges, aber es gab dennoch keine Konkurrenz. Jeder ging an seine eigene Grenze und darüber hinaus. Dies ist eine Erfahrung, die ich jedem nur ans Herz legen kann. Ich bin wirklich froh und dankbar dafür, jede einzelne Person dieser Reise kennengelernt zu haben.

ÜBERBLICK

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Veranstalerinnen: Alex Hipwell und Albertine.

2 Comments

  1. BÄrmel Sommer

    Liebe carolin was für ein toller Artikel. Du bist wirklich eine tolle starke Frau und ich bewundere deine Ausdauer . Mach weiter so

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