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Dehnen bis zur persönlichen Acht: Warum wir alle Fayo machen sollten

Sie durchziehen den ganzen Körper, geben ihm Struktur, umhüllen Muskeln und Organe: Die Faszien, besser bekannt als Bindegewebe. Lange Zeit hielt man die Faszien für eine passive Schutzhülle des Körpers. Heute zeigen Forschungsergebnisse, dass das Bindegewebe eine wichtigere Rolle spielt. Faszien-Yoga, kurz Fayo, hilft dabei, den Körper geschmeidig, gesund, straff  und  schmerzfrei zu halten.

Bereits in jungem Alter haben viele Menschen mit verkürzten Muskeln, Rückenschmerzen, Nackenverspannungen zu tun. „Die meisten Menschen bewegen sich im Alltag sehr einseitig, zum Beispiel, wenn sie den ganzen Tag im Büro vor dem Computer sitzen“, sagt Nadine Wieland. Sie ist Trainerin für Faszien-Yoga im Aktiv-Zentrum Nordenham. Durch mangelnde oder einseitige Bewegung können die Faszien verkleben und diverse Beschwerden verursachen. Deshalb sei es wichtig, die einseitige Bewegung auszugleichen.

Im Alltag nutzen wir nur 15 Prozent unserer Beweglichkeit

Fayo ist ein Bewegungskonzept, das durch die Beeinflussung der Muskeln und Faszien auf Schmerzfreiheit und Beweglichkeit abzielt. Es besteht aus intensiven Dehnungen und sogenannten Faszien-Rollmassagen. Das Konzept entwickelten die Schmerzspezialisten Dr. med. Petra Bracht und Roland Liebscher-Bracht auf Basis jahrelanger Forschung. Sie gehen davon aus, dass wir im Alltag nur zehn bis 15 Prozent unserer angeborenen Bewegungswinkel nutzen.

„Durch die Rollmassagen wärmen wir uns auf“, erklärt Nadine Wieland. Dabei fährt man langsam mit dem ganzen Körper über die spezielle Faszienrolle, angefangen von den Füßen bis zum Kopf. So können Verfilzungen im Bindegewebe gelöst werden, die den Stoffwechsel herunterschrauben.

„Für mich hat sich die Welt verändert, als ich Fayo entdeckt habe.“

Danach ist der Körper für die Dehnungen bereit. „Wichtig ist, dass wir nicht aus der Dehnung herausgehen, solange die Übung anhält“, sagt Nadine Wieland. Das ist eine der Fayo-Regeln. Eine andere Regeln lautet: Jeder ist bei seiner persönlichen acht. „Wie weit sich jemand dehnen kann, ist immer individuell. Deshalb gibt es eine Dehnungsskala von eins bis zehn“, erklärt die Übungsleiterin. „Die acht ist der Punkt, an dem man seine Komfortzone verlassen hat, es aber noch gut aushält.“ Dort sei das Training am effektivsten.

Fayo-Übungen können Cellulite entgegenwirken

Durch die intensiven Dehnungsübungen für den ganzen Körper können Faszien-Verklebungen beseitigt und die Muskeln wieder beweglich trainiert werden. Die zunehmende Beweglichkeit steigert die Stoffwechsel- und Zellversorgungsprozesse sowie die Abfallentsorgung im Körper.

Das Training hat dabei einen positiven Nebeneffekt, vor allem für Frauen: Denn durch Fayo kann man – in Kombination mit einer bewussten Ernährung und einem gesunden Lebensstil ­– die Entstehung von Cellulite verhindern oder bereits bestehende „Orangenhaut“ mindern. Auch Rebecca macht seit ein paar Monaten Fayo im Aktiv-Zentrum. Sie erzählt: „Mein Bindegewebe ist jetzt straffer. Außerdem bin ich viel beweglicher geworden.“

15 Minuten täglich reichen aus

Seit November des vergangenen Jahres bietet das Aktiv-Zentrum Fayo an, mittlerweile drei Mal in der Woche. „Wir haben schon nach kurzer Zeit positive Rückmeldungen von den Kursteilnehmern bekommen“, sagt Inhaber Detlef Hoyer. Er leitet die Fayo-Kurse zusammen mit Nadine Wieland. „Für mich hat sich die Welt verändert, als ich Fayo entdeckt habe“, erzählt er. Lange Zeit hatte er mit einem Tennisarm und Schulterschmerzen zu tun. Nach nur drei Monaten Fayo seien die Beschwerden weggewesen.

„Wir geben hier eine Anleitung zur Selbsthilfe“, betont Hoyer. Denn wer wirklich etwas erreichen möchte, der muss die Übungen auch zu Hause machen. Und 15 Minuten täglich reichen schon aus.

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