Boston – I fell in love with you!

Mitten in meiner Klausurenphase packte es mich, das Reisefieber. Mein letzter längerer Urlaub lag bereits zwei Jahre zurück, und auch wenn ich zwischendurch immer mal wieder für ein langes Wochenende weggefahren bin, geht doch nichts über einen Urlaub bei dem es sich auch lohnt, seine Koffer auszupacken.

Da ich niemanden spontan wusste, der mich begleiten würde, schaute ich, wo ich mich auch alleine gut und sicher beschäftigen konnte. Mir fiel meine Freundin Jennifer ein, die 2017 zu ihrem Mann in einen Vorort von Boston gezogen ist. Und kurzentschlossen plante ich für die daraufhin nächste Woche meine Reise.

Am Dienstagmorgen um ging es um 3 Uhr los. Oder sollte ich eher Nacht sagen? Wer mich kennt, kann sich denken, dass ich vor Aufregung kaum ein Auge zubekommen habe. Um 6 Uhr ging es dann Richtung Amsterdam und von dort aus zum Boston Logan Airport. Zur Mittagszeit kam ich an und hatte somit noch den ganzen Tag bei strahlendem Sonnenschein vor mir. Es tat richtig gut, endlich mal wieder warme Sonnenstrahlen im Gesicht zu spüren und mit einer Sonnenbrille eine neue Stadt zu erkunden. Ich fühlte mich richtig frei.

Begonnen habe ich mit dem Freedom Trail, einem etwa 4 Kilometer langen Pfad, der sich quer durch die Stadt schlängelt. Somit konnte ich einen ersten Eindruck der Stadt gewinnen und feststellen, dass man wirklich fast überall zu Fuß hingelangt.

Verliebt ins Turkey-Breast-Sandwich

Am zweiten Tag meiner Reise habe ich mich mit meiner Freundin in einem tollen kleinen Lokal namens Flour Bakery getroffen. Dort habe ich mich direkt in das Turkey-Breast-Sandwich verliebt: Eine Kombination aus Truthahn, Cranberrysauce und Apfel. Da das Wetter immer noch herrlich war, entschied ich mich anschließend dazu, nach Harvard zu laufen. Google Maps zeigte eine Entfernung an, die man in ca. 75 Minuten bequem laufen konnte. Also machte ich mich auf den Weg. Dabei überquerte ich die Harvard Bridge, die einen tollen Blick auf den Charles River und die Skyline der Stadt bot.

Am anderen Ende der Harvard Bridge liegt das MIT, das Massachusetts Institute of Technology, und ich blieb direkt für zwei Stunden dort. Es war beeindruckend, eine solch renommierte Universität zu besuchen. Ich konnte durch die Gänge der Gebäude schlendern und bin mit einem Studenten ins Gespräch gekommen. Er sagte mir, dass es bis Harvard noch etwa 15 Minuten seien und so machte ich mich auf den Weg. Als ich nach über einer Stunde immer noch nicht da war, fragte ich mich, ob ich überhaupt noch auf dem richtigen Weg war. Wenigstens fand ich einen Starbucks für eine kleine Pause. Die Dame an der Kasse meinte ebenfalls  zu mir, ich müsste nur noch 15 Minuten gehen.

Stundenlang unterwegs in Boston

Da ich schon festgestellt habe, dass Amerikaner Entfernungen nicht wirklich einschätzen konnten, war ich etwas skeptisch, erreichte dann aber tatsächlich gegen 13.30 Uhr Harvard. (Kurz zur Orientierung: Ich bin gegen 9.20 Uhr bei der Flour Bakery losgelaufen.) Vor Ort habe ich mir erstmal ein kleines Plätzchen zum Ausruhen gesucht, da ich echt fix und fertig war. Vielleicht durch meine Müdigkeit und meine schmerzenden Füße begünstigt, war ich von Harvard bei Weitem nicht so begeistert wie vom MIT. Zurück bin ich dann auch lieber mit der Bahn gefahren. Alles in allem bin ich an dem Tag über 20 Kilometer gelaufen.

Am Donnerstag wurde ich morgens um 6.30 Uhr unsanft von einem Feueralarm geweckt. Er stellte sich als Fehlalarm heraus: In der Küche war wohl nur ein Frühstück angebrannt. Da ich nun eh schon wach war, bin ich in das gegenüberliegende Exhale Yoga Studio gegangen, um an einem Barre Strength Kurs teilzunehmen. Ich kam mir vor wie im falschen Film: Wir mussten uns mit Liegestützen aufwärmen und sollten zum Ende des Kurses eine Brücke machen, bei der man auf allen Vieren steht, mit dem Gesicht nach oben und anschließend den Rücken durchdrückt. Und das morgens um 8. Zum krönenden Abschluss unseres Drill Trainings sollten wir uns noch ein bisschen dehnen – im Spagat. Den Teil habe ich lieber ausgelassen. Dennoch war es eine nette Erfahrung und hat einem eindeutig seine Schwächen aufgezeigt. Zwei Tage später probierte ich einen Flow-Yoga-Kurs. Fazit: Ich sollte wohl öfter Yoga machen, da die Lehrerin fragte, was ich so machen würde, dass ich so verspannt bin.

Am Abend stand dann das Highlight für mich an: mein erstes National-Hockey-League-Spiel mit meiner Freundin. Vorher habe ich mir natürlich ein Boston-Bruins-Shirt gekauft und eine passende Cap dazu fand ich auch. Unsere Plätze waren sehr gut und das Spiel gegen die Pittsburgh Penguins endete mit einem 8:4-Erfolg für Boston. Die Stimmung war gigantisch und es war ein wirklich besonderes Erlebnis während meiner Reise. In die Halle passen knapp 20.000 Menschen.

Zu Besuch in der Cheesecake Factory

Am Freitag schlug das Wetter dann rapide um und es regnete und stürmte extrem. Dieses Wetter lud zum Bummeln im Prudential Center ein, einer Mall mit einigen Geschäften und Restaurants. Unter anderem entdeckte ich dort meine Liebe für die Cheesecake Factory. Als waschechter Big-Bang-Theory-Fan musste ich dort natürlich sofort beim Schokoladen-Cheesecake zuschlagen und habe mir auch für die restlichen Tage dort ein Stück mitgenommen.

Sonntag bin ich mit einem Zug Richtung Attleboro gefahren, um dort mit meiner Freundin in einen Outlet-Store zu fahren und anschließend auf das Jubiläum der Skyroc-Brauerei anzustoßen. Dort habe ich auch ein paar ihrer Freunde und ihren Mann kennengelernt und wir hatten einen wirklich tollen Tag zusammen.

„Ich werde wiederkommen“

Dienstagabend ging es dann auch schon zurück nach Deutschland, mit einer vierstündigen Zwischenlandung in Amsterdam. Zum Abschluss habe ich mir noch ein letztes Turkey-Breast-Sandwich aus der Flour Bakery gegönnt und dort auch noch zwei sehr nette Gespräche mit Einheimischen geführt.

Alles in allem ist Boston eine sehr tolle Stadt. Sie ist nicht überfüllt und man kommt sehr schnell mit den Menschen ins Gespräch. Sie sind sehr hilfsbereit und die Stadt bietet einiges, was man sich anschauen kann. Langweilig wird es dort auf jeden Fall nicht und ich werde ganz sicher noch einmal wiederkommen.

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