Foto: Nina Brockmann

48 Stunden Groningen: We komen terug!

Kurztrips müssen nicht immer in Hamburg enden. Groningen ist nicht nur in 2,5 Stunden mit dem Auto erreichbar. Die Stadt ist auch zuckersüß. Alles ist fußläufig oder – natürlich – mit dem Fahrrad erreichbar. Es gibt viele gemütliche Cafés. Vintage-Shops, charmante Gassen, die tollsten Häuser und nettesten Menschen. Ich zeige euch, wie ich meine 48 Stunden in der niederländischen Stadt genutzt habe.

Sleep

The Student Hotel

Architektonisch passt das Hotel nicht wirklich ins Bild der Stadt. Gefühlt ist es das höchste Gebäude, ein ziemlicher Klopper. Doch was der Schriftzug „Everbody should be like everybody” an der Fassade schon verspricht, wird im Inneren gehalten;

Das Hotel ist von vorne bis hinten durchgestylt. Allein im riesigen Foyer reiht sich ein Design-Highlight ans nächste. Bananen hängen von der Decke. Große Lichtreklamen begrüßen mich schon beim Eintreten. Man kann Tischtennis oder Kicker spielen. Es gibt ein lässiges Gym. Und eine Kino-Ecke mit schwarz-weiß-gemusterten Sitztreppen und roten Sitzsäcken.

Open Your Mind. (Foto: Picjaw)

Außerdem gibt es lange, silberne Tische an denen junge Menschen sitzen, die tatsächlich an ihren Macbooks arbeiten. Vielleicht wirklich Studenten sind? Daran reihen sich große Konferenzräume mit gelben Hängeleuchten, die coolsten Couches stehen daneben und die größten Bücherregale davor.

Auf der anderen Seite des Foyers befindet sich das Restaurant „The Pool”.

Food

The Pool

Egal ob Frühstück, Mittag, Kaffee oder Dinner. Das „The Pool” bietet von morgens bis abends beste Küche. Für 14 Euro kann man sich zum Frühstück entweder vom Buffet bedienen – oder man bestellt à la Carte Eigerichte, Pancakes oder Granola. Wir waren zum Dinner dort. Dann gibt es nicht nur Burger, Ravioli, Salate oder sündhafte Cocktails und Nachspeisen, sondern vor allem auch kleinere Gerichte, von denen man sich dann zwei oder drei gönnen kann. Wir hatten: Garlic Bread, Hummus mit Pita, Pommes, vegetarisches Thai-Curry, vietnamnesischen Gao Gao Salat… am liebsten hätten wir uns einmal durch die gesamte Karte bestellt. So lecker!

Auch den Kaffee haben wir getestet und für sehr gut befunden. Schon bei meiner Recherche bin ich des öfteren auf das Restaurant gestoßen und habe nur Gutes gelesen. Zumal nicht nur das Essen on point ist, sondern auch das Interior zum Wohlfühlen und Verweilen einlädt.

Cappuccino im The Pool. (Foto: Nina Brockmann)

Ozan Döner Kebap

Angeblich gibt es hier den besten Döner der Stadt. Bei uns war es eher ein Zufalls-Glücks-Treffer. Da wir erst um 22 Uhr in Groningen angekommen sind, noch nichts im Magen hatten, aber so müde waren, dass es möglichst schnell gehen sollte, sind wir hier gelandet. Unsere Wahl ist zwar nicht auf Döner, sondern auf Lamacun gefallen, aber ich muss sagen: Sowohl die Variante mit Hähnchenfleisch als auch mit Falafel hat uns sehr gut geschmeckt. Wenn’s also mal was auf die Hand sein darf, seid ihr hier an der richtigen Adresse.

Döner in Groningen. (Foto: Nina Brockmann)

Anat

Such a holy place! „Anat” ist ein veganes Kaffee am Rande des Stadtparks. Es befindet sich in einem hübschen, türkisen, typisch niederländischen Stadthäuschen. Darin kann man am Fenster das Treiben der Stadt beobachten oder – in der ersten Etage – an Vintage-Tischen Platz nehmen, an denen kein Stuhl dem anderen gleicht. Hier scheint die Morgensonne durchs Fenster und die Welt bei veganem Frühstück oder Mittag ist mehr als in Ordnung. Es ist ein Ort zum Abschalten, Plauschen, kuschlig und gesund sein.

Es gibt immer Brot, Suppe und Salat. Täglich wechselnd. Und verschieden komibinierbar. Suppe mit Brot. Salat mit Suppe. Oder nur Brot – so wie bei uns. Mit Tomatenhummus, Sonnenblumenkernen und Rucola. Dazu ein frischer Orangensaft mit Ingwer und Karotte und ein Cappuccino mit Hafermilch. So kann mein Tag starten.

Food Matterz

Noch ein Food-Hotspot im schönen Groningen: „Food Matterz” liegt quasi um die Ecke des Hotels und bietet ähnlich wie das „Anat” reichhaltig belegte Brote an. Hier kann man zwischen Sandwiches (zusammengeklappt und getoasted) oder „Belegte Broodjes” (zwei offene, belegte Scheiben) wählen. Die Toppings machen einem die Auswahl nicht leicht: Kombinationen mit Parmaschinken und Büffelmozzarella, Avocado und Ziegenkäse oder Pancetta mit Aprikosenmarmelade und Walnüssen. Eins klingt besser als das andere. Dazu gibt es frisch gepressten Orangensaft und – natürlich – Kaffee. Was den höchst modern und hyggelig eingerichteten Laden noch sympathischer macht, ist nicht nur das äußerst zuvorkommende Personal, sondern auch der kleine Shop im Eingangsbereich, wo man niederländische Kleinigkeiten kaufen kann.

Black & Bloom

Angeblich gibt es hier den besten Kaffee der Niederlande. Auf den ersten Blick macht der Laden den Eindruck eines ganz normalen Coffeeshops. Bei näherem Hinsehen entdeckt man die Timeline, die an den Fenstern klebt, wann sie welchen Preis gewonnen haben. Dann schwenkt mein Blick nach links und ich sehe die Pokale, die liebevoll drapiert sogar im Schaufenster stehen. Und ja, der Kaffee ist gut. Aber nicht überragend. Eben ein guter Kaffee. Wie es ihn aber auch in anderen Cafés gibt, finde ich. Zudem bietet das Café nur wenige Sitzgelegenheiten und außer Kaffee gibt es wirklich nur Kuchen (im klassischen Stil wie Red Velvet oder Oreo Style) und Cookies (Sorten wie Brownie oder Banana). Das war’s. Ich würde wiederkommen. Aber nicht unbedingt einen Umweg in Kauf nehmen.

Kaffee-Zeit bei Black & Bloom. (Foto: Nina Brockmann)

Shopping

Vintage-Jacke von Recessie. (Foto: Picjaw)

Recessie

Der Tipp einer Einheimischen: Wo können wir Vintage shoppen? Bei Recessie! Hier hätte ich ewig bleiben können. Und dabei war ich schon so lange dort – und habe immer noch nicht alles durchgesehen. Fein säuberlich sortiert hängen hier Klamotten aus allen Kategorien. Aufgedröselt in Wollpullis, Strickpullover, Karohemden, Glitzerklamotten, bedruckte Shirts, Jeansshorts, Schneeanzüge, Trainingsjacken, und, und, und. Einfach unglaublich. Es gibt riesige Mengen an Klamotten auf der verhältnismäßig kleinen Ladenfläche. Und die Preise sind vollkommen in Ordnung: Für 30 Euro habe ich eine Original amerikanische Military Jacket erstanden. Zwei Karohemden von FILA für 20 Eur0 und eine Trainingsjacke von NIKE im 90’s Style für 16,50 Euro.

De Compaen

Gegenüber von „Recessie” gibt es Einrichtung im Retro-Style. Vor allem Lampen, Stühle, Regale, Bilder und kleine Beistelltische aus den 50ern bis 80ern bietet der charismatische Herr, der sogar ziemlich gut Deutsch spricht, an. Ein Paradies für Menschen mit Interior-Liebe wie mich. Zugegeben habe ich mich ziemlich geärgert, dass ich gerade keine Wohnung einzurichten habe.

Holtbar

Ein kleiner Conceptstore unweit der Universität. Hier gibt es vor allem holländische Deko-Artikel. Hübsche Schalen, filigraner Schmuck, Bilder und Postkarten mit coolen Sprüchen, Blumenvasen und Kerzenhalter. Der Clou: Dieses Lädchen ist Café und Shop in einem. Es gibt nicht nur warme Getränke, sondern sogar auch Frühstück und leckere Backwaren. Auch die Inhaberin ist Zucker. Fast eine halbe Stunde hat sie sich Zeit genommen, mich bei meinem Schmuckkauf zu beraten. Und so ist es in ganz Groningen – Egal, wie viele Fragen man stellt oder wie kompliziert man als Kunde auch sein mag: Die Menschen entgegnen einem immer offen und freundlich. Es wirkt nie aufgesetzt oder erzwungen. Sondern ist immer von Herzen ehrlich gemeint. Der Grund, warum man sich hier nicht nur so willkommen, sondern auch so wohl fühlt.

to be kind is more important than to be right. many times what people need is not a brilliant mind that speaks but a special heart that listens.

Explore

Nicht nur food- und shoppingtechnisch ist Groningen ein Hotspot für mich. Die Stadt bietet auch immer die Möglichkeit, zu Fuß oder mit dem Fahrrad die wunderschönen Gassen (und vor allem Häuser!) zu besichtigen. Doch auch der Park „Noorderplantsoen”, der die Stadt am nordwestlichen Teil der Innenstadt einrahmt, ist einen Spaziergang wert.

Wir haben die „Binnenstad” zum Beispiel komplett zu Fuß abgelaufen. Vom nördlichsten Teil, dem Hotel, bis zum südlichsten. dem Bahnhof, sind es gerade mal zwei Kilometer. Auf dem Weg kommt man am Groten Markt vorbei, wo dienstags und samstags ein Wochenmarkt stattfindet. Dort befindet sich auch das Rathaus, das Gourdkantoor und der Martiniturm, den man für drei Euro besichtigen kann. In rund 90 Metern Höhe hat man dann von direkt hinter den großen Uhrenwerken einen eindrucksvollen Blick über die Stadt – und das in 360 Grad.

Kurz vor dem Hauptbahnhof liegt außerdem das Groninger Museum. Zeitlich hat es für uns ertsmal nur für den Museumsshop gereicht. Aber besucht man die Stadt für mehrere Tage oder schon zum zweiten Mal, sollte man einen Rundgang unbedingt einplanen. Genauso wie einen Kurzausflug nach Assen, wo im Drents Museum derzeit die Ausstellung „The American Dream” läuft.

Den Hauptbahnhof sollte man zudem nicht nur von außen besichtigen. Die Eingangshalle ist zwar klein, aber sehr aufwendig und detailreich gestaltet.

Alles in allem steht für mich fest: Groningen, wir werden wiederkommen! Oder besser gesagt: We komen terug! Danke für die schöne, entspannende Zeit. Und ein kleines Zeichen, dass die Welt – und die Menschen auf ihr – noch ein großes Herz haben.

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Nina

Über Nina Brockmann

Foodie, Yogi und reiseverrückter Lifestyle-Junkie. Kann ohne Kaffee, Avocados und Lachen nicht leben. Steht auf Melancholie, aber nicht auf Mädchenkram wie Kleider oder Nagellack. Nur ohne Lippenstift geht sie äußerst selten aus dem Haus. Auch für Flechtfrisuren hat sie ein Faible.

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