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Körper vs. Geist: Das bittersüße Fastenende

Das letzte Mal, dass ich ein Stück Schokolade gegessen habe, ist heute sechs Wochen her. Das hört sich in meinen Ohren ganz schön lang an, denn ich liebe Schokolade. Und Kuchen. Und Franzbrötchen. Und Kekse. Und Nachspeisen. Das würde ich heute immer noch so sagen. Trotzdem will ich sie nicht mehr essen. In der Fastenzeit hat sich bei mir etwas verändert.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich Süßigkeiten faste (sechs Wochen ohne Schoki, Weingummis, Limo, Kuchen, Nachtisch, Honig, Marmelade…). Ich mache das bestimmt schon seit meinem Abi, also schon seit fast zehn Jahren. Zwischendurch habe ich auch schon andere Dinge versucht: Handyverzicht oder vegane Ernährung. Aber meistens waren es Süßigkeiten. Früher habe ich mich auf das Ende riesig gefreut, habe verschiedene Kuchen gebacken und Freunde eingeladen. Heute ist das anders. Der Gedanke an das Fastenende löst bei mir eher Unwohlsein aus. Warum?

Ich habe in mich reingehört

Weil ich mich ganz genau beobachtet habe. Das fing eigentlich nur damit an, dass ich in meinen Instagram-Stories darüber berichtet habe. Aber um Inhalte zu posten, muss man sich erst mal welche überlegen. Und so saß ich da und habe in mich reingehört: Was ist mir in der vergangenen Woche an mir aufgefallen? Ich teile meine Erfahrungen mit euch und habe eine Blog-Empfehlung.

Mein  „Fasten-Tagebuch“

Die erste Woche ist die schwerste. Ich habe eigentlich die ganze Zeit über an Schokolade und Süßigkeiten gedacht. Das lässt aber im Laufe der zweiten Woche nach. Nur die Gewohnheiten haben mich noch manchmal vor Herausforderungen gestellt. Erkenntnis: Wenn ich müde, gestresst oder traurig bin, habe ich mir angewöhnt, etwas Süßes zu essen. Selbst noch in der sechsten Woche habe ich mich an der Tankstelle dabei erwischt, wie mein erster Impuls war, mir einen Schokoriegel zu kaufen. Weil es mir nicht gut ging. Ich fand es interessant, das zu beobachten. Es hat mir gezeigt, dass ich Süßigkeiten tatsächlich unterbewusst einsetze.

Weniger Heißhunger und mehr Energie

Nun aber zu den positiven Effekten, davon habe ich nämlich viele an mir beobachtet. Ganz oben steht: Ich habe keinen Heißhunger mehr. Er ist weg – ehrlich!  Und ich fühle mich im Vergleich zu vorher wacher und habe mehr Energie. Ich erkläre mir das so: Durch Zucker schießt mein Energielevel nach oben, sinkt danach aber wieder ab. Das ist ein ständiges Auf und Ab – und anstrengend. Ohne den Zucker bin ich schön ausgeglichen auf einem Niveau.

Das ausgeglichene Energielevel beeinflusst anscheinend auch mein Sättigungsgefühl, ich esse nämlich auch weniger. Wenn ich mir normalerweise mindestens noch einen zweiten Teller Nudeln genommen hätte, bin ich jetzt einfach nach einem satt. Ich glaube, ich habe mich früher leider immer ein bisschen überfressen.

Der Härtetest: Büro-Alltag

Nach vier Wochen ist die zuckerberfreitere (nicht zuckerfrei, dazu gehört noch viel mehr) Ernährung mehr oder weniger Routine geworden. Ich mag es sogar, denn ich mache mir mehr Gedanken um meine Ernährung. Ich nehme mein Hungergefühl viel besser wahr. Das Nein sagen im Büro zu Mitbringseln fällt mir zwar einerseits leicht, aber es tut mir andererseits auch leid. Wenn Kollegen extra Kuchen mitbringen, um mir und den anderen etwas Gutes zu tun, ist es schade, wenn ich ablehnen muss. Ich hab  mal versucht, das Büro-Game ein bisschen zu entzuckern, und habe statt Kuchen, Saft mitgebracht. Kam nur so mittel an, am Ende des Tages waren die Flaschen noch mehr als halbvoll 🙂

#nosugarweek von Serin

War es Glück, Schicksal oder Zufall? Nicht lange vor Fastenbeginn bin ich auf Instagram auf Serin gestoßen. Sie ist mir eigentlich aufgefallen, weil sie täglich einen „Fact des Tages“ zu Lebensmitteln postet. Doch mitten in der Fastenzeit kommt sie mit einer #nosugarweek um die Ecke. Jeden Tag hat sie in ihren Stories einen Aspekt von Zuckerkonsum erklärt. Das hat mich super motiviert! Sie kennt sich so gut in dem Thema aus, weil sie selbst  seit über einem Jahr zuckerfrei lebt. Sie geht also viel weiter als ich und achtet auch auf den zugesetzten Zucker in Lebensmitteln. Hier gehts zu ihrem Blog. Dort findet ihr auch Rezepte, zum Beispiel für eine zuckerfreie Nutella-Alternative.

Und wie gehts jetzt für mich weiter?

Dass ich meinen Zuckerkonsum so runter gefahren habe, tut meinem Körper einfach total gut. Das habe ich eindeutig gespürt. Deshalb gibt’s für mich  jetzt auch nicht so einfach ein Zurück.  Erst mal kauf` ich mir das Buch. „Raus aus der Zuckerfalle“ von Marion Selzer. Das habe ich mehrfach empfohlen bekommen. Und an Ostern werde ich nur ganz bewusst und reduziert naschen. Im Moment kann ich mir einen kompletten Verzicht nicht vorstellen. Allerdings fällt es mir viel leichter auf Dinge ganz zu verzichten, als sie nur zu reduzieren.

Hier könnt ihr euch informieren

Serin nennt ihren Blog ein „Mind-Café“. Sie schreibt über die Themen Ernährung,  Nachhaltigkeit und teilt Rezepte.

„Raus aus der Zuckerfalle“ von Marion Selzer fasst zusammen, was Zucker mit unserem Körper macht und wie man davon loskommt.

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Dörthe

Über Dörthe Schmidt

Besitzt mehr Ohrringe als sie zählen kann und hat auch schon mehr davon verloren, als sie je zugeben würde. Isst schon seit Jahren vegetarisch, wird jedoch schwach bei Marshmallows am Lagerfeuer. Liebt die Natur, Handarbeit und Weltverbesserer.

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