Plattdeutsches Wörterbuch: mucksch

„Jetzt sei nicht mucksch!“ Dieser Satz erinnert mich an meine Kindheit. Es waren Momente, in denen ich Ärger bekommen hatte (in den Fällen meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt) oder etwas nicht haben oder machen durfte (ebenfalls nicht gerechtfertigt). Es sind die Momente, in denen Kinder beleidigt mit verschränkten Armen da sitzen und böse gucken. Denn genau das bedeutet „mucksch“. Der plattdeutsche Ausdruck umschreibt Worte wie eingeschnappt, beleidigt, störrisch und irgendwie auch launisch.

Widersprechen

Eine ähnliche Bedeutung wie „mucksch“ haben auch die umgangssprachlichen – und auch ähnlich klingenden – Ausdrücke „mucken“ und „aufmucken“. Genau wie bei dem plattdeutschen Wort geht es dabei um einen Widerspruch, darum jemanden entgegenzutreten, aufzubegehren und eine andere Meinung zu vertreten. Auch das niederländische „mokken“ und das schwedische „mucka“ haben eine ähnliche Bedeutung.

Noch heute bekomme ich „Sei doch nicht gleich mucksch“ von Freunden aus meiner Heimat zu hören, wenn ich keine Lust auf eine Diskussion habe und lieber genervt schweige. Oder ich sage es ihnen. Wenn Ihr mich fragt, lockert das die Situation auch irgendwie auf. Wer kann denn bei so einem süß klingenden Wort eigentlich noch böse sein?

Plattdeutsch (auch: Niederdeutsch, oder in der Eigensprache: Plattdüütsch) ist eine eigenständige Sprache mit vielen Dialekten, die vor allem im nördlichen Deutschland gesprochen werden. Gebräuchlich ist das Plattdeutsche aber auch in den angrenzenden Regionen, sowie im Osten der Niederlande. Ein Einheits- oder Standard-Platt gibt es daher nicht.

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Steffi

Über Stefanie Jürgensen

Unser Küstendeern durch und durch: Am liebsten hat sie Sand zwischen den Zehen, Sonne auf der Haut und eine steife Brise, die durch die Haare weht. Ihre rote Mähne ist ihr Ein und Alles. Nur lange Serienabende und Reisen nach Norwegen liebt sie mindestens genauso sehr.

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