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Umziehen ist schwer – Einleben ist schwerer

Niemand hat gesagt, dass es leicht wird: Du bist in eine neue Stadt gezogen, vielleicht für deine Beziehung, deinen Studienplatz oder einen neuen Job. Du bist fern von der Heimat und auf dich allein gestellt. Jetzt gilt es, viele Hürden zu nehmen –  und manche davon sind ganz schön hoch.

Aber du willst es ja nicht anders. Du willst alles sehen, fühlen und erleben, was geht. Mir geht es genauso. Manchmal wächst mir das über den Kopf. Ich bin selbst schon in drei verschiedene Städte gezogen  – für Studium, Freund und Job.  Ich habe zwei Auslandsaufenthalte und mehrwöchige Praktika mit Zwischenmieten hinter mir. Und eine leise Stimme in mir hofft, dass das noch nicht vorbei ist. Ich will irgendwann mal eine Zeit lang auf Island leben, mit dem Rucksack durch Europa reisen und vielleicht das Leben auf einem Selbstversorger-Hof ausprobieren. Eine andere Stimme in meinem Kopf will, dass ich einfach mal irgendwo bleibe.

Wo ist der nächste Supermarkt?

Denn jedes Neuankommen, Sich-Zurechtfinden und neue Leute kennenlernen kostet unglaublich viel Energie. Man fühlt sich nun mal nicht automatisch wohl in einer Stadt, nur weil die Umzugskartons ausgepackt sind. Es fängt ja schon beim Supermarkt an: Wo ist der nächste? Wie lange hat der abends geöffnet? Was ist der beste Weg zu meiner Uni/meinem neuen Job? Zu Hause wusste ich das alles, in der neuen Stadt ist jede Frage wieder aufs Neue ein kleines Abenteuer. Manchmal macht das Spaß. Manchmal bin ich es auch leid.

Deshalb möchte ich euch sagen, liebe Erstsemester, Frisch-Angekommene und Heimweh-Kandidaten: Ich verstehe euch. Kopf hoch, es wird besser! Vertraut mir, ich weiß das. Ich habe schon mit vielen Freunden über das Thema gesprochen und alle sagen das Gleiche: Irgendwann ist es so weit und man fühlt sich zu Hause. Man kennt dann seine Wege, seine Lieblingsecken. Man hat einen Rhythmus gefunden. Das passiert ganz langsam und schleichend – ohne, dass du es gemerkt hast, fühlst du dich plötzlich wohl. Und du bist angekommen.

Neu ankommen kann man lernen

Beim ersten Mal ist es natürlich noch schwieriger, als beim zweiten oder dritten Umzug. Denn auch das Neuankommen lernt man. Und weil ich schon ein paar Umzüge und Neuanfänge hinter mir habe, teile ich gerne meine drei Lieblingstipps mit euch.

Ganz oben steht die Einstellung: Das ist ab jetzt deine Stadt, suche nach dem Schönen und Besonderen – auch im Kleinen.

1. Such dir eine Gruppe

Du kletterst gern, engagierst dich für Tiere oder spielst Theater? Such dir so eine Gruppe, der du dich anschließen kannst. Da lernst du Leute kennen. Und mach das so früh wie möglich: Erstens hast du dann schon einen Abend, den du nicht daheim mit Netflix verbringst und zweitens, schiebt man so etwas gerne so lange vor sich her, dass man es am Ende gar nicht mehr macht.

2. Mach etwas Stadt-Typisches

Such dir etwas typisches, das die neue Stadt auszeichnet. In Kiel war das für mich zum Beispiel ein Segelkurs, in Bonn habe ich an Studi-Konferenzen teilgenommen, die die Arbeit der Vereinten Nationen simulierten. Danach fühlte ich mich ein Stückchen mehr wie ein Einheimischer. In norddeutschen Städten könnte man sich auf jeden Fall die Kohltouren auf den Zettel schreiben. Aber auch Wassersportarten oder besondere Projekte gehören dazu.

3. Schreib deine ganz persönliche Liste

Mach dir eine Liste von Dingen, die du gerne tun willst: ein Konzert besuchen, einen Abend am Deich verbringen, das günstigste Bier der Stadt finden, bei Rudi rockt mitmachen, vom höchsten Turm auf die Stadt hinunter gucken – eben alles, was dir einfällt. Mit der Liste erinnerst du dich selbst daran, wie weit du seit deinem Umzug eigentlich schon gekommen bist. Gleichzeitig zeigt sie dir, was es noch zu entdecken gibt.

Denn darum geht es ja: dein nagelneues Leben entdecken. Eine neue Stadt kennen lernen kann Spaß machen und eine riesige Chance sein. Niemand weiß, was sie für dich bereit hält.

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Dörthe

Über Dörthe Schmidt

Besitzt mehr Ohrringe als sie zählen kann und hat auch schon mehr davon verloren, als sie je zugeben würde. Isst schon seit Jahren vegetarisch, wird jedoch schwach bei Marshmallows am Lagerfeuer. Liebt die Natur, Handarbeit und Weltverbesserer.

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