Foto: Projekt Antarktis

Abenteuer Antarktis: Bremerhavener reisen zum Südpol

Was diese Jungs machen, begeistert mich von Grund auf. Sie haben nicht nur den Mut, ihrer Leidenschaft auch beruflich nachzukommen, sie wollen ihre Message auch weitergeben: think outside the box. Dafür reisen die drei Filmemacher, Dennis Vogt, Tim David Müller-Zitzke und Michael Ginzburg, am Freitag von Bremerhaven über Argentinien in die Antarktis.

Drei Wochen werden die Jungs für ihren Dokumentarfilm, der derzeit unter dem Titel „Projekt Antarktis” läuft, auf einem Expeditionsschiff unterwegs sein. Von dort aus wollen sie einerseits Aufnahmen von Natur und Tier machen, andererseits aber auch ganz intime Einblicke in Form von Vlogs gewähren. So soll der Film, dessen Start für Herbst 2018 geplant ist, eine Mischung aus Professionalität und Persönlichkeit werden. Und vor allem eins: „authentisch sein”.

Wenn man weiß, was man will, schafft man es von überall aus.

Auch Bremerhaven soll bei der Geschichte eine große Rolle spielen. „Es hat nicht nur alles hier angefangen”, erzählt Tim mir stellvertretend für alle drei, „sondern wir wollen mit dem Film zeigen, dass auch von einer kleinen Stadt wie Bremerhaven aus alles möglich ist.” Man solle nur den Mut haben, dem nachzugehen, wofür man brenne. Dafür müsse man nicht unbedingt in Berlin, Hamburg oder New York wohnen. „Wenn man weiß, was man will, schafft man es von überall aus”, so Tim.

Antarktis (Foto: Michael Ginzburg)

Außerdem hätte Bremerhaven von Anfang an an sie geglaubt – kleine, regionale Sponsoren ihr Projekt gefördert und finanziell unterstützt. „Dafür sind wir sehr dankbar”, sagt Tim. „Viele wissen gar nicht, dass so etwas hier machbar ist.” Man müsse nur an sich und seinen Traum glauben und wichtig: nicht aufgeben. Es immer wieder versuchen. Bei einer Niederlage, neue Richtungen einschlagen. „Ich habe irgendwann die Entscheidung getroffen, mich für die Sachen einzusetzen, auf die ich Lust habe und dann auch kein ‚Nein’ zu akzeptieren.” Am Ende habe es immer geklappt. „Aber es war halt nie einfach.“

Sicherheit geht vor

Auch während des Drehs soll es keine Niederlagen geben. Dafür haben sie sich in den letzten Wochen top vorbereitet. Das reicht von der richtigen Outdoor-Ausrüstung, über riesige externe Festplatten, das richtige Kameraequipment bis hin zur Wettervorhersage. „Wir haben unser Bestes gegeben. Wenn jetzt etwas schief geht, können wir nichts dafür”, scherzt Tim. Das schlimmste, was passieren könne? „Dass sich jemand verletzt und wir die Reise unterbrechen müssen. Man weiß nie, was geschieht. Aber Sicherheit geht immer vor.”

Es solle zwar kein Dokumentarfilm über Pinguine werden, aber Tieraufnahmen seien dennoch geplant. „Eisbären gibt es dort ja leider nicht. Aber wir wollen Wale sehen und auch Königspinguine filmen”, verrät Tim. Außerdem sei eine Aufnahme mit dem Helikopter vorgesehen. „Wir werden das Schiff von oben filmen, um die Dimensionen zu zeigen.”

Drei Abenteurer, viele Mutproben

Dimensionen – das sind auch die Wellen, die bis zu 20 Meter hoch werden können. „Wir werden die Drake Passage durchqueren – eine der gefährlichsten Meeresabschnitte der Welt”, so Tim. Also auch eine Art Mutprobe für die drei Abenteurer. Momente, die sie in Vlogs, sprich Videotagebucheinträgen, festhalten wollen – wodurch sie im Film selbst zu Protagonisten werden. „Uns ist es wichtig, dass die Leute uns auch persönlich kennenlernen und sich in uns hineinversetzen können”, sagt er. Da sie als Filmemacher generell eher hinter der Kamera stehen, werde das eine „ganz neue Erfahrung” sein.

Auf diese Weise wollen sie Blicke hinter die Kulissen ermöglichen: Wie ist es, von Bremerhaven in die Antarktis zu reisen? „Das beginnt schon bei den Vorbereitungen”, erläutert Tim. So war die Kamera bereits die letzten Tage und Wochen mit dabei. Zum Beispiel bei der richtigen Kleidungsauswahl – ein „großes Thema” bei den Reisevorbereitungen. „Es hat einfach super viel Zeit gebraucht, bis wir wussten, was wir anziehen wollen”, so Tim. „Das war echt nicht einfach.” Dafür hätten sie viele Outdoor-Läden abgeklappert. „Du kannst die Sachen halt nicht unter Originalbedingungen testen.”

Newsletter für Lebenszeichen

Allgemein seien sie gut in der Zeit. Es läuft alles. Und morgen Abend geht es endlich los. „Man hat immer Angst, dass man irgendwas vergisst”, sagt Tim. An eine neue Website haben die Jungs bereits gedacht. Auf www.projektantarktis.de kann sogar ein Newsletter abonniert werden, in dem es immer mal ein Lebenszeichen von den Filmemachern gibt. In Form von Fotos oder kurzen Texten – direkt vom Schiff. „Wir wollen Infos liefern, aber auch nicht nerven”, scherzt er. „Wir werden uns so oft melden, wie wir können und wie wir Neues zu berichten haben.” Dennoch sei nicht klar, ob es überhaupt Internet gebe. „Das ist das Abenteuer.”

Antarktis Panorama. (Foto: Michael Ginzburg)

Storytechnisch haben Tim und seine Jungs zwar „einige Notizen” im Gepäck, bei einem Dokufilm gehe es aber auch immer primär um das „Dokumentieren, was passiert”, um dann später zu gucken: Was ist für den Zuschauer interessant?

Sporttechnisch sind sie auch on track. „Wir sind jetzt nicht die Extremsportler – in die Schiene wollen wir auch nicht rutschen”, sagt Tim. „Wir achten natürlich alle darauf, dass wir fit und gesund sind. Aber wir sind keine Extremsportler und das ist für diese Art von Reise auch nicht unbedingt erforderlich.”

Ob der Nordpol dann nächstes Jahr auf der Agenda steht, will ich abschließend wissen. „Wer weiß”, sagt Tim und lächelt. ”Wir hätten auf jeden Fall Lust drauf.”

ÜBERBLICK

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Über Nina Brockmann

Foodie, Yogi und reiseverrückter Lifestyle-Junkie. Kann ohne Kaffee, Avocados und Lachen nicht leben. Steht auf Melancholie, aber nicht auf Mädchenkram wie Kleider oder Nagellack. Nur ohne Lippenstift geht sie äußerst selten aus dem Haus. Auch für Flechtfrisuren hat sie ein Faible.

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