Foto: Marie-Estelle Berndt

Ellis Backstube: Magdalenentopfkuchen 

Im Feuersturm des Krieges brannte nicht nur das Café und das Wohnhaus der Familie Winkler am 18. September 1944 nieder, sondern auch alle Rezepte. Nach dem Krieg suchte mein Ururgroßvater seinen ehemaligen Lehrling auf und sicherte sich die rund 200 Rezepturen. Der Magdalenentopfkuchen war nicht nur sehr beliebt bei den damaligen Kunden, sondern erfreut sich bis heute großer Beliebtheit.

Mein großer Traum ist es, irgendwann ein Café Winkler 2.0 zu eröffnen. Ob er jemals in Erfüllung gehen wird? Ich weiß es nicht. Sollte dies aber eines Tages passieren, denke ich an die Worte meines Ururgroßvaters Friedrich Winkler, die er zu der Geburt meines Großvaters 1934 niederschrieb: „Mein Geschäftsprinzip war immer: Das Beste an Zutaten, besonders Butter. Das beste Mehl, weil dies ergiebiger als mindere Sorten ist, und die Ware, vor allem den Hefeteig, viel mehr aufgehen lässt. Sorgfältigste Verarbeitung, größte Sauberkeit dabei und die unbedingt nötige Zeit lassen, das heißt nichts schnell zusammenhauen. Im Laden aufmerksamste Bedienung (der Kunde hat immer Recht) und pünktlichste Lieferung.”

Neu ist nicht immer besser

Eine weitere Lebensweisheit, die ebenfalls auf das Geschäft bezogen war, sollte ich mir im täglichen Leben auch mehr zu Herzen nehmen: „Nichts kaufen, was man nicht braucht: denn wer kauft was er nicht braucht, muss zuletzt verkaufen, was er braucht.” Ich arbeite noch daran… Und während ich noch ein wenig durch die Niederschriften blättere, nasche ich ein Stück vom frisch gebackenen Magdalenentopfkuchen und träume vor mich hin. Neu ist nicht immer besser, backt doch mal was mit Geschichte.

And don’t forget – the secret ingredient is always love.

Foto: Marie-Estelle Berndt, Grafik: Daniel Gefers

  1. Marzipan mit einer Gabel zerdrücken und mit 7 Eigelben schaumig schlagen. Es dürfen ruhig einige Stückchen im Teig sein.
  2. Die 7 Eiweiße mit dem Zucker steif schlagen und unter die Eigelb Marzipanmasse heben. Nach und nach auch das Mehl unterheben.
  3. Die Butter erwärmen und flüssig zum Teig geben. Dann die Kuvertüre in kleine Stücke hacken und ebenfalls hinzu geben.
  4. Den Teig in eine Gugelhupf Form geben und 40 Minuten bei 180 Grad backen. Durch die Stäbchenprobe testen, ob der Kuchen fertig ist. Anschließend aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen.

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Elli

Über Marie-Estelle Berndt

Ihrem Urgroßvater konnte sie im familieneigenen „Café Winkler“ leider nicht mehr über die Schulter gucken, doch die Leidenschaft für traditionelle Torten, Cookies, Cupcakes und Co. trägt sie im Herzen. Mit viel Liebe zum Detail backt Elli deshalb in jeder freien Minute - ganz zur Freude ihrer Kollegen, für die eigentlich immer ein Krümel abfällt.

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